zurück zur Übersicht | Datum 25.02.2014 | Kategorie: Allgemeines

Für Biogasanlagen keine Flächen mehr - Lastruper Klimaschutzkonzept sieht Möglichkeiten zum Ausbau der Windenergie Lastrup

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 25.02.2014

Lastrup (la/mel) „Der Schutz des Klimas bei der Energieerzeugung ist eine der wichtigsten Aufgaben für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft“ heißt es im ersten Satz des Klimaschutzkonzeptes, das das Planungsbüro RaUm aus Bad Zwischenahn erarbeitet hat und nun dem Lastruper Bürgermeister Michael Kramer überreichte. Die Gemeinde Lastrup will den CO2-Ausstoß bis 2020 um 25 Prozent senken.

„Das ist ein sehr ehrgeiziges Ziel“, machte Kramer deutlich. Die Bundesregierung habe nach Fukushima den Atomausstieg beschlossen und die Verantwortung dafür auf die Kommunen heruntergebrochen. „Wir wollen jetzt auf Gemeindeebene eine Vorreiterrolle übernehmen“, sagte der Lastruper Bürgermeister. Die Gemeinde wolle nun einerseits kommunale Förderprogramme anpassen und hoffe andererseits darauf, dass das Klimaschutzprogramm als Türöffner für Bundes- und EU-Fördermittel fungiere.

Um aber überhaupt erst einmal in Lastrup die Akzeptanz erneuerbarer Energien zu ermitteln, waren im Mai und Juni 2013 105 Einwohner interviewt worden. Sie waren zufällig, aber nach Altersstruktur und Wohnbereich geschichtet, ausgewählt worden.

Knapp über 50 Prozent  der Lastruper Bürger haben demnach Bedenken gegen den weiteren Bau von Biogasanlagen. Im Außenbereich sprechen sich sogar 74 Prozent der Einwohner  gegen einen weiteren Bau aus, während es im Ortskern lediglich 38 Prozent sind. Als wesentliche Gründe werden die hohen Pachtpreise durch den Flächenverbrauch, die Vermaisung, das Verheizen von Nahrungsmitteln und die Geruchsbelästigung  genannt.

Geringer sind die Bedenken gegen einen weiteren Ausbau der Windenergie.  Auch das Klimaschutzkonzept sieht in der Windenergie für Lastrup noch Potenzial. Zwar hatte die Gemeinde Ende der 1990er Jahre entschieden, bestimmte Flächen nicht für die Windenergie zur Verfügung zu stellen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen erscheine es jedoch angebracht, diese Entscheidung noch einmal zu überprüfen, schreiben die Autoren des Klimaschutzkonzeptes. Für die Gemeinde Lastrup hatten sie ein theoretisches Potenzial von 19 Anlagen ermittelt. Die  Gegner führen Lärmbelästigung, Schattenwurf und das veränderte Landschaftsbild gegen zusätzliche Windkraftanlagen ins Feld.

Für den weiteren Ausbau von Biogasanlagen auf der Basis nachwachsender Rohstoffe kommen die Autoren zu dem Schluss, dass es dafür zurzeit in der Gemeinde Lastrup keine Flächen gibt. Hier sehen die Gutachter aber Möglichkeiten der effizienten Nutzung der bestehenden Anlagen, zum Beispiel durch den Anschluss neuer Siedlungsgebiete an ein Nahwärmenetz.

Neben dem Ausbau Erneuerbarer Energien gehören zum Klimaschutzkonzept die Energieeinsparung und die Energieeffizienz. Hier halten 85 Prozent der 15 bis 25-Jährigen den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs für wichtig oder sehr wichtig. Bei den über 50-Jährigen ist der ÖPNV allerdings nur für knapp 50 Prozent wichtig oder sehr wichtig.

Auch an und in den Wohnhäusern lässt sich Energie einsparen. Die Planer lobten in diesem Zusammenhang das gemeindeeigene Programm „Jung kauft Alt“, das auch eine energetische Sanierung älterer Gebäude beinhaltet.

Ein Maßnahmenkatalog enthält Empfehlungen, wie die weitere Senkung des CO²-Ausstoßes erreicht werden könnte. Dazu gehören dann ein jährlicher Preis für Unternehmen, die Energie sparen, eine Energieberatung durch die Gemeinde, der Bezug von Ökostrom durch die Gemeinde, die Erhöhung der Energieeffizienz im Bad oder die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur und eine Initiative für Fahrgemeinschaften zur Kita oder zur Schule.

„Durch die Ziele des Klimaschutzkonzeptes hat Lastrup eine Vorbildfunktion für andere Kommunen übernommen“,  sagte  Dr. Peter Schaal von der Uni  Oldenburg, als er das Klimaschutzkonzept an Bürgermeister Michael Kramer überreichte.

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