zurück zur Übersicht | Datum 03.07.2013 | Kategorie: Allgemeines

„Energieeinsparung im Eigenheim“ war Thema beim ersten Bürgerstammtisch in Lastrup

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 02.07.2013

Lastrup (la) "Der Maisanbau zur Energieerzeugung ist ökologisch eine Katastrophe". Diese Auffassung vertrat Dipl. Ing. Rainer Heimsch aus Rastede auf dem ersten Lastruper Bürgerstammtisch zur Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes. „Wenn wir sinnvoll die vorhandene Energie nutzen wollen, müssen wir nachhaltig denken. Der Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre lässt die Temperaturen und den Meeresspiegel steigen. Er führt zum Verlust von Ackerflächen und zur Vergrößerung des Hungers“, sagte Heimsch. Der Maisanbau zur Energieerzeugung sei daher ökologisch eine Katastrophe.

Um den Treibhausgasausstoß zu reduzieren, müsse der Umstieg auf CO2-freie Energieträger forciert werden, sagt Rainer Heimsch. Bisher sei nur  ein Prozent  der Sonnenenergie technisch nutzbar. „Hier ist noch ein riesiges Potenzial vorhanden“, machte Heimsch deutlich. Obwohl die Energieeffizienz pro Quadratmeter in den Wohnungen deutlich gestiegen sei, sei der Raumwärmebedarf durch den Zuwachs an Wohnfläche pro Kopf wieder aufgezehrt worden. 

Es sei  keine Spinnerei, mit erneuerbaren Energien die Energieversorgung zu schaffen. Dabei müsse man bei nachwachsenden Rohstoffen, wie beim Mais, immer auch die Folgen bedenken. Auch der Energieträger Holz führe nicht nur zur Abholzung oder Zerstörung der Regenwälder, sondern beinhalte auch eine spezielle  Schimmel- und Feinstaubproblematik.

An Beispielen machte Heimsch deutlich, welche Energieeinsparungen in einem Einfamilienhaus möglich seien. Ziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sei es, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung auf mindestens 35 Prozent zu erhöhen bis zum Jahr 2020. Im Jahre 2050 solle der Anteil auf 80 Prozent wachsen. Ab 2020 sei als Standard für private Bauten das Niedrigstenergiehaus gefordert. 

„Der fast bei Null liegende oder sehr geringe Energiebedarf sollte zu einem ganz wesentlichen Teil durch Energie aus erneuerbaren Quellen, die am Standort oder in der Nähe erzeugt wird, gedeckt werden. Bis 2050 sollen die Gebäude in Deutschland kaum noch schädliche Klimagase ausstoßen“, informierte Rainer Heimsch. Er kritisierte, dass in der Energie-Speichertechnik zu wenig nachgedacht worden sei. So sei es ökologisch und wirtschaftlich nicht nachzuvollziehen, dass Windkraftanlagen in Spitzenzeiten abgeschaltet werden müssten, weil der produzierte Strom nicht gespeichert werden könne. 

„Wenn Sie bauen oder Investitionen planen, denken Sie daran, dass das Jahr 2020 ruckzuck da ist. Investieren sie in die Zukunft“, appellierte Heimsch. Die Banken könnten auch Auskunft über entsprechende Förderprogramme geben.  In einer Musterrechnung erläuterte Heimsch, dass bei einer Investition von 58.000 Euro aus einem herkömmlichen ein Null-Energiehaus geschaffen werden könne, dass sich nach 20 Jahren durch Heizkostenersparnis amortisiert habe. Auch jetzt schon sei bei Errichtung, Änderung oder Erweiterung eines Gebäudes ein Energieausweis auszustellen, der auf Verlangen einem potenziellen Mieter oder Käufer auszuhändigen sei. Bei der Deutschen Energie–Agentur (dena) könne man die für die Region anerkannten Energieberater erfahren. 

Dass das Thema Klimaschutz längst noch nicht alle Bürger erreicht hat, machte allerdings die geringe Resonanz auf den Bürgerstammtisch deutlich. Gerade einmal zwölf Interessierte waren erschienen, worüber sich Bürgermeister Michael Kramer sehr enttäuscht zeigte. Dennoch sind zwei weitere dieser Zusammenkünfte vorgesehen.

„Das Klimaschutzkonzept der Gemeinde lebt im Wesentlichen auch von der Mitarbeit der Bürger. Stichprobenartig sind viele Haushalte zum Thema Umgang mit Energie befragt worden. Ein Planungsbüro erarbeitet zusammen mit der Uni Oldenburg ein Konzept für unsere Gemeinde. Die Bürgerstammtische sind ein Teil davon“, informierte Kramer.

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