zurück zur Übersicht | Datum 28.06.2013 | Kategorie: Allgemeines

Gemeinde Lastrup unterstützt nun auch den Kauf von älteren Häusern; Antrag auf Durchführung einer Zertifizierung "Familienfreundliche Gemeinde" abgelehnt

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 28.06.2013

Von Matthias Ellmann

Kneheim Die Gemeinde Lastrup wird ihre Familienförderprogramme weiter ausbauen. Mit großer Mehrheit beschloss der Gemeinderat auf seiner Sitzung in Kneheim, Familien beim Kauf älterer Häuser finanziell zu unterstützen. CDU-Ratsherr Aloys Landwehr hatte einen entsprechenden Antrag eingebracht. Eine solche Hilfe für Familien gibt es bereits beim Bau neuer Häuser. Eine Teilnahme am Audit „Familiengerechte Kommune“, die Grünen-Ratsherr Fabian Wesselmann beantragt hatte, lehnte der Rat hingegen ab.

Es werde immer schwieriger, neues Bauland zu erwerben. Die Flächen würden immer knapper. Auf der anderen Seite würden viele Siedlungen überaltern, begründete Bürgermeister Michael Kramer die Förderung beim Kauf älterer Häuser. Das Programm „Jung kauft Alt“ sei ein Anreiz und Argument für junge Familien, sich ältere Immobilien einmal anzuschauen und dann vielleicht auch zu erwerben. Die Förderung gelte natürlich für den Bereich der gesamten Gemeinde Lastrup. 

„Wir haben das Förderprogramm beraten. Es ist ein gutes Programm. Wir begrüßen es sehr“, sagte CDU-Fraktionssprecher Thomas Westendorf. Auch Fabian Wesselmann meinte, angesichts der begrenzten Flächen-Ressourcen sei das Programm „genau der richtige Weg“. Da für die SPD auch Fraktionssprecher Horst Schleider die neue Förderung befürwortete, wurde das neue Förderprogramm „Jung kauft Alt – Alte Häuser für junge Familien“ einstimmig verabschiedet. Gefördert wird der Kauf älterer, mindestens 40 Jahre alter Häuser mit einer Pauschale von 2.500 Euro. Hinzu kommen 1.500 Euro für jedes Kind. Auch für die Erstellung eines Baugutachtens gibt es eine Unterstützung. „Ich hoffe, das Programm wird ein Renner. Erste Anfragen liegen im Rathaus bereits vor“, sagte Michael Kramer. 

Dem Antrag von Fabian Wesselmann, eine Zertifizierung zur „Familienfreundlichen Gemeinde“ zu durchlaufen, mochte der Rat hingegen nicht folgen. Eine erfolgreiche kommunale Familienpolitik sei in Zeiten des demographischen Wandels entscheidend für die Zukunftsfähigkeit einer Kommune. Für Menschen und Unternehmen sei Familiengerechtigkeit ein wichtiger Standortfaktor. Um die bisherigen Aktivitäten der Gemeinde Lastrup im Bereich der kommunalen Familienpolitik zu analysieren und weiter zu entwickeln, sei das Audit Familiengerechte Kommune ein sinnvolles und bundesweit erprobtes Verfahren, begründete der Grünen-Ratsherr Wesselmann sein Ansinnen. Wenn die Gemeinde Lastrup erfolgreich am Audit teilnehme, erhalte sie ein Zertifikat, mit dem sie in den kommenden drei Jahren für ihre Familiengerechtigkeit werben und so ihre Attraktivität steigern könne.

Thomas Westendorf hingegen vertrat die Auffassung, auch bisher schon würden Familien in Lastrup einen hohen Stellenwert genießen. „Familienpass, viele Kinderbetreuungseinrichtungen, Jugendtreff, Ferienbetreuung, Zuschüsse beim Hauskauf oder Hausbau, das sind konkrete Dinge, die bei den Familien ankommen und mehr bewirken als ein Siegel im Briefkopf der Gemeinde“, lehnte Westendorf den Antrag ab. 

Auch Bürgermeister Kramer betonte, die Gemeinde Lastrup investiere bereits viel Geld in die Familienförderung. „Wir leben hier in Lastrup Familiengerechtigkeit“, sagte Kramer. Alle Maßnahmen würden zudem regelmäßig auf den Prüfstand gestellt. Die 13.000 Euro für die Zertifizierung seien bei den Familien besser aufgehoben. Überdies sei der Verwaltungsaufwand während der einjährigen Zertifizierungsphase enorm.

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