zurück zur Übersicht | Datum 10.06.2013 | Kategorie: Allgemeines

2. Thementag zur Dorferneuerung Lastrup brachte neue Ideen

Marlis Söhlke stellte die Arbeit der Seniorengenossenschaft vor.
Sönke Deitlaff (links) und Marlis Söhlke erhielten von Bürgermeister Michael Kramer (2. von links) und Bauamtsleiter Berthold Sauerland (rechts) ein Präsent. Fotos: Aloys Landwehr

Autor: Aloys Landwehr, Lastrup

„Wir organisieren Hilfen für ältere und hilfsbedürftige Menschen und nutzen dabei gleichzeitig das Potenzial der älteren Menschen“, erläuterte Marlis Söhlke vom Vorstand des Vereins Generationenhilfe Börderegion, die von den Erfahrungen mit einer Seniorengenossenschaft berichtete. Zusammen mit Sönke Deitlaff, der Überlegungen zum Thema „Wie können Kinder und Jugendliche sich im Dorf einbringen“ anstellte, versuchte sie, beim 2. Thementag zum Modellprojekt Dorferneuerung in Lastrup für das Themenfeld „Soziale Belange“ Impulse zu geben.

Nach Meinung von Marlis Söhlke ergeben sich im Zuge des demographischen Wandels besondere Herausforderungen durch die alternde Gesellschaft; das gelte auch für den ländlichen Raum. Die Dauer des Rentenbezuges nehme zu. Den Beitragszahlern in der Rentenversicherung stehe eine deutliche steigende Zahl von Rentenempfängern gegenüber. Auch die Pflegekosten steigen, so dass immer mehr Rentner auf Hilfe angewiesen seien. Auch das Familienbild ändere sich. Immer weniger Familien könnten pflegebedürftige Menschen im Hause allein versorgen.

Andererseits würden nach Auffassung der Referentin immer mehr Menschen Rentner, die besonders in den ersten Jahren des Rentnerdaseins agil und leistungsfähig seien und oft eine sinnstiftende Tätigkeit suchten. Daher sei die Idee entstanden, dass die Menschen, die fit seien, denen helfen, die nicht mehr alles ohne Hilfe schaffen könnten, aber gerne noch in ihrem gewohnten Umfeld leben möchten. Eine durchgeführte Fragebogenaktion habe einen  Hilfebedarf bei den betroffenen Menschen deutlich gemacht. Deshalb sei ein bürgerschaftlicher Hilfeverein "Generationenhilfe Börderegion – Hand in Hand im Bördeland" gegründet worden.

Nach dem Prinzip der Seniorengenossenschaften helfen sich Mitglieder untereinander. Dies diene der Stärkung des nachbarschaftlichen Umfeldes in den Ortschaften und sichere ein selbst bestimmtes Leben mit Verbleib im gewohnten Lebensumfeld. Inzwischen habe der Verein 175 Mitglieder. „Die Helfer können sich ihre Leistungen mit 6 Euro pro Stunde entgelten lassen, können die Zeit aber auch auf einem Zeitkonto gutschreiben lassen und dafür selbst Hilfe in Anspruch nehmen. Der Hilfsbedürftige zahlt 8 Euro pro Stunde oder kann die Arbeitszeit von seinem eventuell vorhandenen Arbeitszeitkonto abbuchen lassen. Wir haben aus den verschiedenen Modellen von Seniorengenossenschaften gelernt, dass die rein ehrenamtlich organisierten Vereine eine geringere Lebensdauer haben oder teilweise schon gescheitert sind“, erläuterte Söhlke. Neben der reinen Hilfe stärke die gegenseitige Hilfe das nachbarschaftliche Miteinander, wirke der Vereinsamung und Isolation im Alter entgegen - sowohl bei Hilfsbedürftigen als auch bei Helfern- und biete den Helfern die Möglichkeit, Vorsorge für das Alter zu treffen.

Dem Thema: „Kinder und Jugendliche im Dorf – beteiligen oder verlieren“  widmete sich Sönke Deitlaff, Jugendpfleger aus Algermissen. „Jugendliche machen mit, wenn es um ihre eigenen Interessen geht und wenn sie ernst genommen werden. Sie müssen Mitsprache haben und mitbestimmen dürfen. Wenn ich ein Stück Kompetenz abgebe, muss ich aber damit leben können, dass jemand anders entscheidet“, erklärte Deitlaff anhand von Beispielen aus seiner Arbeit. Im Endergebnis gehe es um die Befähigung zu demokratischem Handeln und die Umsetzung der Ideen von Kindern und Jugendlichen. Die Beteiligung der Jugendlichen habe immer transparent zu sein. In der Entscheidungsumsetzung sei es für Jugendliche wichtig, dass die Lösungen möglichst zügig umgesetzt werden müssten. Aber die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen stoße da an Grenzen, wo sie überfordert seien oder wo es nur eine Scheinpartizipation gebe. „Vorteile der Partizipation Jugendlicher sind das Lernen von Solidarität, die Aneignung von Fähigkeiten, die Bewältigung von Aufgaben, Respekt und Akzeptanz füreinander, die Übernahme von Verantwortung oder die Mit- und Selbstbestimmung“, machte Deitlaff deutlich.

Eine intensive Diskussion zur Beteiligung Jugendlicher zeigte, dass die Beteiligung im Rahmen der Dorferneuerung noch nicht gelungen ist. „Wir haben in der Dorferneuerung noch eine Lücke“, stellte der Sprecher des Arbeitskreises Soziale Belange, Rolf Hahn, selbstkritisch fest.

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