zurück zur Übersicht | Datum 15.03.2013 | Kategorie: Allgemeines

Lastrup will OOWV auf den Zahn fühlen - Bürgermeister regt Wirtschaftsprüfung beim Wasserverband an

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 15.03.2013

Hemmelte (mel) Die Gemeinde Lastrup will dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) auf den Zahn fühlen. „Wir werden das mal von einem Wirtschaftsprüfer überprüfen lassen“, meinte Bürgermeister Michael Kramer in der jüngsten Ratssitzung in Hemmelte.

Das, was da überprüft werden soll, sind die Kostenrechnungen und Kalkulationen des OOWV. Der hatte 2004 das Klärwerk in Lastrup übernommen und jetzt zum 1. Februar die Abwassergebühren kräftig erhöht. Seit 2007 habe sich ein Defizit angehäuft, in der Kalkulation für das Jahr 2013 werde jedoch nur der Verlust aus 2011 berücksichtigt, begründet der Wasserverband die Erhöhung von 2,15 auf 2,98 pro Kubikmeter Abwasser. Hinzu kommt seit 1. Februar noch eine monatliche Grundgebühr von 6,25 Euro. 

Durch das entstandene Defizit sei der OOWV zu dieser Erhöhung laut Niedersächsischem Kommunalabgabengesetz gezwungen worden. Dass damit aber nur, wie dem Lastruper Grünen-Ratsherrn Fabian Wesselmann mitgeteilt wurde, das Defizit aus 2011 aufgefangen werden soll, bezweifelt Bürgermeister Kramer ebenso wie Wesselmann. Nach ihrem Kenntnisstand, so Kramer und Wesselmann, gleiche der OOWV durch die Abwasserentgelterhöhung in der Zukunft auch das Defizit vor 2011 aus. Insgesamt sei für die Gemeinde Lastrup bei einem jährlichen Verbrauch von 217.000 Kubikmetern bis Ende 2012 ein Defizit von rund 400.000 Euro aufgelaufen, allein für das Jahr 2011 seien es 96.000 Euro. Diese  96.000 Euro müssten Ende 2013 abgebaut sein, meinte Kramer.

„Ich fühle mich durch die Aussagen des OOWV bewusst getäuscht. Den Eindruck, den der OOWV mir vermittelt hat, ist anscheinend falsch“, sagte Fabian Wesselmann. Dass der OOWV es in der Vergangenheit versäumt habe, durch moderate Erhöhungen des Abwasserentgeltes entstandene Defizite auszugleichen und zum Ausgleich dieses Versäumnisses des OOWV nun die Verbraucher mit einer massiven Erhöhung belastet, mache  ihn schon wütend. Dass der OOWV diese Situation aber nun auch noch versucht durch Wortklauberei zu verschleiern, sei mehr als unredlich und unwürdig. So zerstöre der OOWV jegliches Vertrauen, meinte Wesselmann. 

Michael Kramer meinte, er könne die Gebührenerhöhung angesichts des Defizits nachvollziehen, nicht aber die Art und Weise. „Man hätte viel früher reagieren müssen“, mahnte Kramer Der Bürgermeister will sich jetzt mit seinen Amtskollegen in den anderen Kommunen abstimmen, in denen der OOWV das Klärwerk betreibt, um eventuell gemeinsam eine Wirtschaftsprüfung zu veranlassen.

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