zurück zur Übersicht | Datum 18.06.2012 | Kategorie: Allgemeines

Lastrup untersucht Kindergärten - Oldenburger Institut soll Staubproben auf mögliche Schadstoffe prüfen

Autor: Matthias Ellmann, Münsterländische Tageszeitung (MT)

Die Gemeinde Lastrup wird ihre Kindergärten auf Schadstoffe untersuchen lassen. Der Ausschuss für Jugend, Kultur und Sport folgte in seiner jüngsten Sitzung bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung einem entsprechenden Antrag des Grünen-Ratsherrn Fabian Wesselmann. Der hatte seinen Antrag mit einer jüngst veröffentlichten Untersuchung des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) begründet. Dieser hatte in Kindergärten eine dreimal höhere Schadstoffbelastung, vor allem durch Weichmacher, festgestellt als in normalen Haushalten. „Das sind erschreckende Ergebnisse. Der BUND hat richtige Giftcocktails in den Betreuungseinrichtungen festgestellt“, sagte Wesselmann. Die Schadstoffbelastung der Lastruper Kindertagesstätten sei nicht bekannt, weil noch nie eine Untersuchung stattgefunden habe. "Es geht nicht nur um die Quantität der Kinderbetreuung, sondern auch um die Qualität. Und dazu zählt auch die Schadstoffbelastung“.

Laut BUND sind vor allem Einrichtungsgegenstände aus Weich-PVC Ursache für die hohe Belastung der Kitas mit Weichmachern. Hierzu zählten unter anderen PVC-Fußböden, Vinyltapeten, Turnmatten, Tischdecken aus Plastik und Möbelpolsterungen aus Kunstleder. Während der Einsatz verschiedener Weichmacher in Spielzeug bereits verboten sei, sei die Verwendung in den meisten anderen Produkten jedoch weiter erlaubt, schreibt der BUND. Spielzeug in Kindergärten, bestätigte Susanne Schnelten vom St. Agnes-Kindergarten, trage schon lange ein Gütesiegel. Weichmacher könnten aber auch in Gummistiefeln, Matschhosen oder Regenjacken vorhanden sein. Man müsse schon genau wissen, woher die Schadstoffe rühren, wenn denn welche gefunden würden. Alles andere sei reiner Aktionismus, meinte Aloys Landwehr (CDU). Denn eine erste Untersuchung analysiert nur den in den Räumen gefunden Staub. Die Räume würden vor dem Untersuchungszeitraum gereinigt und dann werde eine Woche lang ausschließlich Staub gesaugt, erläuterte Bürgermeister Michael Kramer. Dieser Staub werde dann auf Schadstoffe untersucht. Eine solche Untersuchung koste 285 Euro pro Kindergarten.

Mit der Analyse beauftragt werden soll das Oldenburger Institut, das bereits vor acht Jahren die Lastruper Grundschule auf Schimmelpilze untersucht hatte. Sollte sich eine Schadstoffbelastung ergeben, sollen tiefergehende Analysen die Ursache ergründen. „Ich bin dafür“, sagte Sandra Obermeyer (CDU). Es sei richtig, alles zu tun, um die Gesundheit der Kinder zu schützen. Das sah die große Mehrheit im Ausschuss ebenso und beauftragte die Verwaltung, die gemeindlichen Kindergärten und Krippe auf eine Belastung mit Schadstoffen, insbesondere mit Weichmachern und Bisphenol A, untersuchen zu lassen. Kindergärten, die sich in freier Trägerschaft befinden, soll die Übernahme der Kosten für eine Untersuchung auf eine Belastung mit Schadstoffen, insbesondere mit Weichmachern und Bisphenol A, angeboten werden. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen veröffentlicht werden.

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