zurück zur Übersicht | Datum 30.04.2012 | Kategorie: Allgemeines

Ehrenbürgermeister Hans Lübke verstorben

Autor: Josef Pahls, Gemeinde Lastrup

Nach kurzer Krankheit verstarb am vergangenen Mittwoch Lastrups Ehrenbürgermeister Hans Lübke im Alter von 93 Jahren. Mit Hans Lübke verliert die Gemeinde Lastrup einen Kommunalpolitiker der ersten Nachkriegsjahre, der sich während seiner jahrzehntelangen ehrenamtlichen Tätigkeit mit großem Engagement für die Bürgerinnen und Bürger über die Gemeindegrenzen hinaus eingesetzt hat.

Hans Lübke wurde am 9. Oktober 1918 in Hemmelte geboren. Dort wuchs er auf dem elterlichen Hof auf, den er später übernahm und den er bis über sein 80. Lebensjahr hinaus selbständig führte. Seit einigen Jahren wohnte er im St. Leo-Stift in Essen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, aus dem er mit einer Verwundung zurückkehrte, erkannte er schnell die vielen Probleme vor Ort, die es zu lösen galt. Er stellte sich diesen Problemen und half auf kommunaler Ebene in der Gemeinde Lastrup am Wiederaufbau der Demokratie mit. Auf kommunalpolitischer Ebene war Hans Lübke ein Mann der ersten Stunde. Im Jahre 1948 wurde der Christdemokrat in den Lastruper Gemeinderat gewählt. In den ersten vier Jahren seiner Ratstätigkeit war Lübke Mitglied des Gemeindeernährungsausschusses und des Wohlfahrts- und Fürsorgeausschusses; Gremien, die man heute so gar nicht mehr kennt. Dem letztgenannten Ausschuss gehörte er bis zum Jahre 1964 an. Er war weiterhin Mitglied des Grundstücks- und Wegeausschusses sowie des Sportplatzausschusses. Von 1964 bis zum Jahre 1986 war er Mitglied des Verwaltungsausschusses. Im Jahre 1967 wurde Hans Lübke zum Bürgermeister der Gemeinde Lastrup gewählt. Dieses Amt bekleidete er bis Oktober 1986. Als er Abschied aus dem Gemeinderat nahm, wurde er einstimmig zum Ehrenbürgermeister gewählt. Drei Jahre später erhielt Hans Lübke das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für die Gemeinde Lastrup war Hans Lübke in der Zeit von 1968 bis 1991 Mitglied des Kreistages und wirkte dort in verschiedenen Ausschüssen mit. Darüber hinaus nahm er weitere ehrenamtliche Aufgaben wahr. Er gehörte von 1948 bis 1972 dem Vorstand des Kreislandvolkverbandes Cloppenburg an, war von 1948 bis 1989 im Aufsichtsrat der Volksbank Lastrup und viele Jahre als ehrenamtlicher Richter beim Verwaltungsgericht Oldenburg und 22 Jahre im Gutachterausschuss für den Landkreis Cloppenburg tätig.

Hans Lübke war nicht in erster Linie ein Mann der großen und lauten Worte, der das Rampenlicht und die Öffentlichkeit suchte. Auf seine Mitmenschen wirkte er eher bescheiden und genügsam; Eigenschaften, die man heute oft vermisst. Das hinderte ihn aber keinesfalls daran, sich konsequent und hartnäckig für die Belange seiner Mitbürgerinnen und Mitbürger einzusetzen. Er setzte sich für pragmatische Lösungen von Problemen ein, Bürokratie war ihm ein Dorn im Auge, was er Verwaltungsleuten bei passender Gelegenheit auch gern wissen ließ. Und wenn es dann einmal sein musste, konnte Hans Lübke notfalls sehr deutliche Worte finden und ausnahmsweise auch einmal seine Stimme heben. Das war aber eine Seltenheit, denn er überzeugte seine Ratskollegen und Mitstreiter durch Sachverstand, durch Kompetenz und eine ihm persönlich besondere Art. Als gestandener Südoldenburger liebte er seine Heimat und für seine Heimat setzte er sich vehement ein. Als in Hemmelte die Gründung eines Heimatvereins anstand, war es der „Dannenbuur“, wie ihn seine Mitbürger gerne nannten, der zunächst die Leitung des neuen Vereins übernahm.

Das Handeln von Hans Lübke war stets geprägt von einer christlichen Grundeinstellung, die sein besonderes soziales Engagement begründete. Von der Öffentlichkeit eher unbemerkt, widmete er sich vielfach gerade jungen Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens standen; eine Seite von Hans Lübke, von der man kaum wusste.

Die Gemeinde Lastrup verliert mit Hans Lübke eine angesehene und beeindruckende Persönlichkeit, die stets ihr Leben und Wirken in den Dienst der Allgemeinheit gestellt und sich große Verdienste um das Gemeinwohl und die Gemeinde Lastrup erworben hat. Für sein Wirken spricht die Gemeinde Lastrup Hans Lübke ihren herzlichen Dank aus.

Seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern und seinen Wegbegleitern, die Hans Lübke gut gekannt haben, wird er als „Dannenbuur“ in liebevoller Erinnerung bleiben. Am kommenden Mittwoch findet er auf dem Hemmelter Friedhof seine Ruhestätte. Ruhe er in Frieden. 

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