zurück zur Übersicht | Datum 28.03.2012 | Kategorie: Allgemeines

Die Gemeinden Emstek und Lastrup wollen für den Klimaschutz einen gemeinsamen Weg gehen

Wollen beim Energieverbrauch die Schraube ansetzen: (von links) Bürgermeister Michael Kramer, die Planer Prof. Dr. Ingo Mose, Vasco Brummer und Dr. Peter Schaal, Manfred Richter, stellvertretender Vorsitzender des Emsteker Arbeitskreises für Klimaschutz, Thomas Westendorf, Vorsitzender der Lastruper CDU-Fraktion und Bürgermeister Michael Fischer. Foto: Thomas Vorwerk, Münsterländische Tageszeitung

Autor: Thomas Vorwerk, Münsterländische Tageszeitung (MT)

Das Thema Klimaschutz soll in Lastrup und Emstek kein Lippenbekenntnis sein. Ganz im Gegenteil, denn zusammen mit den Experten aus dem Büro für Regionalanalyse und Umweltplanung (Raum) in Bad Zwischenahn und der Uni Oldenburg wollen beide Kommunen ein Konzept entwickeln, das längerfristig greift und vor allen Dingen die Bürger mit ins Boot holt, um eine größere Akzeptanz zu erreichen. 

„Das funktioniert am einfachsten, wenn finanzielle Anreize geschaffen werden“, schätzt es Emsteks Bürgermeister Michael Fischer ein. In Lastrup gebe es die gleiche Vorgehensweise. „Der Ausstieg aus der Atomenergie zwingt uns zum Handeln. Alle Themenfelder sollen beleuchtet werden, um zu sehen, welche Möglichkeiten es gibt zur Gewinnung von Energie und zur CO2-Vermeidung“, sagt Bürgermeister Michael Kramer. In seiner Gemeinde ist man mit aktuell fünf Biogas- Anlagen und einem kleinen Windpark zur Grenze nach Molbergen in Sachen erneuerbarer Energien aktiv. Bei neuen Projekten sieht auch er die Notwendigkeit, dass sich jeder Bürger daran beteiligen kann.

"Beide Kommunen leisten mit ihrem Ansatz im Nordwestdeutschen Raum Pionierarbeit", sagt Prof. Dr. Ingo Mose vom Büro „Raum“. Begleitet wird das Ganze durch zwei Studenten, die ihre Bachelor-Arbeit darüber verfassen werden. Noch befindet sich alles in der Anfangsphase, denn um das Projekt anzuschieben, sind zunächst Fördermittel für die Planung zu beantragen. 65 Prozent könnten aus Bundesmitteln fließen. Der Antrag dafür muss bis zum 31. März gestellt werden. Die Antragsphase schlägt mit gut 8.000 Euro zu Buche, das Konzept noch einmal mit rund 25.000 Euro. Wenn alles klappt, werden davon 16.250 Euro aus dem Bundestopf kommen.

"Die Energiegewinnung, die Einsparung und die effiziente Nutzung sind die Säulen des Projektes", erklärte Dr. Peter Schaal während des Pressegespräches im Emsteker Rathaus in der vergangenen Woche. Das grundsätzliche Problem, was mit der Nutzung regenerativer Energien einher gehe, sei der Transport. Dennoch gebe es eine mehrheitliche Befürwortung in der Bevölkerung. Es geht aber nicht nur um die Gewinnung von Energie, wobei die Klassiker Biogas, Photovoltaik und Windkraft herangezogen werden, es geht auch um die Einsparung. Dazu gibt es bereits unterschiedliche Förderprogramme, wie zinsgünstige Darlehen von der kfw-Bank. Fischer könnte sich aber auch vorstellen, dass gerade bei Neubauten eine besonders energieeffiziente Bauweise von den Kommunen gefördert wird. Idealerweise unter Einbeziehung der örtlichen Handwerksunternehmen, was einer Art Wirtschaftsförderung gleich käme. Rund fünf Monate wird die Bearbeitung des Antrags in Anspruch nehmen. Im Fall eines positiven Bescheides kann es dann in die auf ein Jahr ausgelegte Projektphase gehen.

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