zurück zur Übersicht | Datum 22.02.2012 | Kategorie: Allgemeines

Gewerbe-Pläne drohen zu kippen

Interessenskonflikt: Auf der abgeernteten Maisfläche im Hintergrund plant die Gemeinde Lastrup Gewerbeansiedlungen - und der Landkreis eine Ausbauvariante der B 213. Foto: Matthias Ellmann, Münsterländische Tageszeitung (MT)

Autor: Matthias Ellmann, Münsterländische Tageszeitung (MT)

8,6 Hektar Gewerbefläche, drei ansiedlungswillige Unternehmen, 80 Arbeitsplätze: das geplante neue Lastruper Gewerbegebiet an der Abfahrt Lastrup Ost der Ortsumgehung der B 213 ist schon jetzt begehrt.  Alles in Butter, so scheint es. Doch andere Planungen durchkreuzen die Hoffnungen der Gemeinde. Schlicht „Variante 2.3“ nennt sich das Vorhaben, das das neue Gewerbegebiet langfristig auf Eis legen und die Planungen von Gemeinde und Unternehmen über den Haufen werfen könnte. Denn hinter der „Variante 2.3“ verbirgt sich eine weitere vierspurige Ausbaumöglichkeit der Bundesstraße 213, die aber nicht, wie es im Amtsdeutsch heißt, im vorhandenen Bestand, also auf der vorhandenen Ortsumgehung, sondern auf einer neuen Trasse an Lastrup vorbei geführt wird.

Und diese Trasse, eine neue Ortsumgehung nördlich der bestehenden, durchschneidet das geplante neue Gewerbegebiet. Hierfür soll die Gemeinde einen Korridor mit einer Fläche von 2,3 Hektar freihalten. Ein Unding, findet Lastrups Bürgermeister Michael Kramer. „Wir haben Firmen, die in dieses Gebiet wollen, und das möglichst schnell. Ende 2012, Anfang 2013 wollen die Unternehmen dort auf insgesamt über sieben Hektar bauen. Wenn wir diesen Korridor für die Variante 2.3 freihalten müssen, vielleicht für zehn Jahre oder länger, bis eine Entscheidung über den Trassenverlauf gefallen ist, ist das nicht möglich“, sagt Kramer.

Der Landkreis sieht das anders: „Durch die Ansiedlung eines Gewerbebetriebes würden im Übrigen Zwangspunkte geschaffen, die im weiteren Verlauf die ganze Planung in Frage stellen könnten“, heißt es in einer Stellungnahme (siehe unter diesem Beitrag). Doch Kramer steht mit seiner  Meinung nicht allein da. Auf einer Klausurtagung am Wochenende habe sich der gesamte Gemeinderat dafür ausgesprochen, die Planungen zum vierspurigen Ausbau der B 213 zwar positiv zu begleiten, weil er eine Chance für Lastrup darstelle. Man müsse aber auch das gemeindliche Wohl im Auge zu haben. „Das ist keine Privatfehde, die ich hier führe. Aber wir können doch nicht auf 2,3 Hektar Gewerbefläche verzichten“. Zumal man, so Kramer, die Fläche für viel Geld habe kaufen müssen. Landerwerb hier sei sehr teuer geworden. „Es wäre doch Harakiri, wenn wir uns jetzt diese Gewerbeansiedlungen entgehen lassen würden“.

Bisher sei auf den öffentlichen Infoveranstaltungen zum Ausbau der B 213 immer nur die Variante 2.2 genannt worden, die einen Ausbau im Bestand, also auf der Ortsumgehung, vorsehe. Über eine neue Ortsumgehung sei nie gesprochen worden, sagt Kramer. Der Lastruper Bürgermeister hofft jetzt, mit dem Landkreis dennoch zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen. „Es stehen noch einige Abstimmungsgespräche an, und ich hoffe auf eine Einigung mit dem Landkreis, die die gemeindlichen Interessen berücksichtigt“. Immerhin habe er, Kramer, den Bürgern bei seinem Amtsantritt versprochen, er wolle stets das Beste für Lastrup. "Und das Beste ist, die B213 im Bestand zu verbreitern", bezieht Kramer klar Stellung.

B213-Ausbau: Stellungnahme des Landkreises

Zu den Planungen zum vierstreifigen Ausbau der B 213 im Bereich der Ortsumgehung Lastrup nimmt der Landkreis Stellung: „Die Vorentwurfsplanung für den vierstreifigen Ausbau der E 233 wird zur Zeit durchgeführt. Dabei werden verschiedene Trassenvarianten untersucht und bewertet, um eine Vorzugsvariante für den vierstreifigen Ausbau festzulegen. Die Prüfung erstreckt sich unter anderem  auf die Bereiche Verkehr, Kosten, Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Schutzgut Mensch. Dieses Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Eine gegenwärtige Festlegung auf eine konkrete Ansiedlung eines Gewerbebetriebes würde einige Trassenvarianten im Vorfeld ausschließen. Auch würde dabei eine Vorzugsvariante festgelegt, die nicht mehr geändert werden könnte. Die Variantenbetrachtung kann dann nicht mehr ergebnisoffen geprüft werden. Durch die Ansiedlung eines Gewerbebetriebes würden im Übrigen Zwangspunkte geschaffen, die im weiteren Verlauf die ganze Planung in Frage stellen könnten“.

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