zurück zur Übersicht | Datum 01.12.2014 | Kategorie: Rund um den Ort

LROP: Kramer ruft zur Gegenwehr auf

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 01.12.2014

von Matthias Ellmann

Lastrup Wie schon vieler seiner Amtskollegen in anderen, vor allem den ländlichen Kommunen, hält Lastrups Bürgermeister Michael Kramer das neue Landesraumordnungsprogramm (LROP) für „schlecht gemacht. Dem muss dringend Einhalt geboten werden. Wir müssen uns wehren“, rief Kramer auf der jüngsten Ratssitzung dazu auf, Anregungen und Bedenken zu äußern. Alle Stellungnahmen, die noch bis Ende Dezember 2014 eintreffen, würden in die Auswertung mit einbezogen werden, habe das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mitgeteilt.

Alle Kommunen, so Kramer, hätten die gleichen Kritikpunkte. Bauliche Entwicklung solle nur noch im Kernort möglich sei und nicht mehr auf den Dörfern. „Das ist ein Schlag ins Gesicht für die Ortschaften“, wetterte Kramer. Jede Bauerschaft benötige Möglichkeiten, sich zu entwickeln. „Das Leben auf dem Lande ist lebens- und lohnenswert. Das soll so bleiben, auch für die jungen Leute, die sonst abwandern könnten“. Zum Schaden Niedersachsens würden die Potenziale des ländlichen Raumes und der vielen kleinen und mittleren Gemeinden massiv beschnitten. Die Grundzentren würden in ihrer Planungshoheit beschränkt und eine Versorgung fast ausschließlich aus Sicht der Ober- und Mittelzentren gedacht. Derart zwingende Vorgaben würden die von der Landesregierung gerade gewollte Entwicklung in strukturschwachen Bereichen unmöglich machen und zur weiteren Abkopplung und Schwächung des ländlichen Raumes führen.

Fabian Wesselmann (Grüne) verteidigte allerdings den Entwurf der rot-grünen Landesregierung. „Hier wird dramatisiert“, sagte Wesselmann. Auch auf den Dörfern sei weiterhin eine Entwicklung möglich. Der Landkreis könne allerdings bei „überbordendem Landverbrauch“ einschreiten.

Ausdrücklich begrüßte Bürgermeister Kramer, dass in den Änderungen zum LROP die Verbesserung der Flächen deckenden Kommunikationsversorgung angestrebt wird. Die zügige Netzerweiterung werde angemahnt. „Ohne eine Versorgung mit hoher Internetqualität und schnelleren Bandbreiten bleiben große Potenziale des ländlichen Raumes, gerade in der Gemeinde Lastrup, ungenutzt. Die Bevölkerung, die Landwirtschaft und die Wirtschaftsunternehmen werden extrem benachteiligt“, sagte Kramer. Die Netzbetreiber sollten deshalb verstärkt, bestmöglich gesetzlich in die Pflicht genommen werden, den ländlichen Raum mit hochwertiger Netzqualität und hohen Bandbreiten zu versorgen.

Die Gemeinde Lastrup will nun „zur Sicherung und zur Wahrung der Interessen der Gemeinde Lastrup" in Bezug auf die angestrebten Änderungen des Landesraumordnungsprogramms für die Bereiche Breitbandnetze/Breitbandausbau, Entwicklung der Siedlungsstruktur, Entwicklung der Versorgungsstrukturen des Einzelhandels eine detaillierte Stellungnahme abgeben. Für diese Vorgehensweise stimmten außer Fabian Wesselmann alle anderen Ratsmitglieder.

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