zurück zur Übersicht | Datum 05.03.2015 | Kategorie: Allgemeines

Fabian Wesselmann beantragt im Gemeinderat Mitwirkung an „Schulwälder gegen Klimawandel“

So möchte es Fabian Wesselmann auch gern in Lastrup sehen: Schüler der Molberger Anne-Frank-Schule haben bereits einen Schulwald angelegt. Foto: Landwehr

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 05.03.2015

von Matthias Ellmann

Lastrup. Gleich fünf Anträge brachte Fabian Wesselmann in die jüngste Sitzung des Lastruper Gemeinderats ein. Der Grünen Ratsherr fordert darin unter anderem die Anlegung eines Schulwaldes, die Einstellung eines Klimamanagers und die Erstellung eines Baulückenkatasters.

Das niedersächsische Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekt „Schulwälder gegen Klimawandel - Schulwälder für Generationen“ biete Schülern ein intensives „Erlebnis Wald“, so Wesselmann. Bei dem Projekt gehe es darum, dass Schulen schulnahe nicht bewaldete Grundstücke zur Verfügung gestellt bekommen und auf diesem Grundstück dann einen Schulwald anlegen und pflegen. Ein 30-jähriger Nutzungsvertrag soll die Möglichkeit einer langfristigen waldbezogenen Umwelt- und Naturschutzbildungsarbeit garantieren und die Schüler könnten die Entwicklung ihres Waldes, auch über die Schulzeit hinaus, hautnah mitverfolgen. Die Stiftung Zukunft Wald stehe einer Umsetzung des Projektes in der Gemeinde Lastrup sehr aufgeschlossen, betonte Wesselmann. Auch die Schulen hätten sich positiv geäußert. Außerdem könne ein solcher Wald auch als Kompensationsfläche herangezogen werden.

Weiter drängte Wesselmann darauf, im Rahmen des Lastruper Klimaschutzprojektes zum nächst möglichen Zeitpunkt einen Klimaschutzmanager einzustellen. Dies sei eine Schlüsselmaßnahme, um die Klimaschutzziele umsetzen zu können. Eine solche Stelle werde zu 65 Prozent vom Bundesumweltministerium gefördert. Diese Förderung durch den Bund, entgegnete Bürgermeister Kramer, laufe allerdings nach drei Jahren aus und müsse daher dringend überdacht werden. „Wir werden hier mit einer Anschubfinanzierung geködert und dann allein gelassen“, meinte Kramer.

Ein weiterer Antrag befasste sich mit einem Baulücken- und Leerstandskataster. Eine solche Zusammenstellung biete insbesondere vor dem Hintergrund des enormen Flächenverbrauchs, der knappen Verfügbarkeit von Flächen und der steigenden Flächenpreise eine wichtige Grundlage für eine langfristige Planung der gemeindlichen Entwicklung, meinte Wesselmann. Zudem kann durch das Kataster potentiellen Grundstücksinteressenten schnell und umfassend Auskunft gegeben werden. Die Erstellung eines Baulückenkatasters sei von Seiten der Verwaltung bereits mehrmals angekündigt und verschoben worden. Laut Auskunft von Bürgermeister Kramer laufen die Vorarbeiten für ein solches Verzeichnis. 

Auf der Sitzung erneuerte Wesselmann auch sein Forderung, die Mitgliedschaft im Städtering Zwolle-Emsland zu beenden. Hierbei handele es sich um einen Lobbyverband, der als einziges Ziel einen vierstreifigen Ausbau der E 233 fordere, sagte der Grünen-Ratsherr. Da der geplante vierstreifige Ausbau der E 233 für die Gemeinde Lastrup aber nachteilig sei, sollte die Gemeinde ihre Mitgliedschaft schnellstmöglich beenden. „Es gibt viele Argumente gegen einen Ausbau“, sagte Wesselmann. Bürgermeiser Kramer verwies allerdings darauf, dass sich der Gemeinderat schon vor geraumer zeit für einen Ausbau der Bundesstraße ausgesprochen habe.

Überdies möchte Fabian Wesselmann einen weiteren Fachausschuss im Lastruper Gemeinderat bilden. Ein solcher „Ausschuss für Allgemeine Angelegenheiten“, begründete Wesselmann, sei ein Zeichen der Transparenz und ermögliche es, alle Angelegenheiten des Verwaltungsausschusses zu beraten, die nicht zwingend einer Nichtöffentlichkeit bedürfen. 

Die Anträge wurden zur weiteren Beratung in den Verwaltungsausschuss beziehungsweise in die zuständigen Fachausschüsse weitergeleitet. 

Fakten:

  • Im internationalen Jahr der Wälder 2011 startete die Stiftung „Zukunft Wald“ das Pro jekt „Schulwälder gegen Klimawandel“.
  • Als Schulwald wird ein Waldstück in der Nähe einer Schule bezeichnet, das Schüler, unter der Anleitung von Lehrern und Forstleuten, über Jahrzehnte betreuen.
  • Oft werden die Wälder durch Gebüsche, Hecken, Teiche und Sümpfe ergänzt.
  • Die Wälder sorgen für eine Co2-Reduzierung und eine vergrößerte Artenvielfalt.
  • Durch die Wälder wird fächerübergreifendes Arbeiten und nachhaltiges Handeln in die Tat umgesetzt und der theoretische Unterricht mit praktischen Einsätzen in der Natur ergänzt.
  • Die Schüler können sich vor Ort praktisch für Wald-, Klima- und Umweltschutz einsetzen.
  • Schulwälder sind laut „Zukunft Wald“ optimale Freiland-Laboratorien und ermöglichen es, die Entwicklungen der Umwelt über lange Zeiträume zu verfolgen.
  • Ein 30-jähriger Nutzungsvertrag garantiert den Schulen eine langfristige Umwelt- und Naturschutzarbeit.
  • Projektziele sind Verantwortung für ein Stück Wald übernehmen, Verstehen von Zusammenhängen im Ökosystem, das Verdeutlichen von nachhaltigem Handeln und die Erhöhung der Kooperationsbereitschaft untereinander.
  • Bis November 2013 beteiligten sich 44 Schulen aller Schularten an dem Projekt.
  • Die Stiftung ist ausgezeichnet als „UN-Dekade-Projekt, Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE).
  • Landesweite Förderer sind unter anderem die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und die Niedersächsischen Landesforsten. 
  • Quelle: Stiftung „Zukunft Wald“

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