zurück zur Übersicht | Datum 15.04.2015 | Kategorie: Rund um den Ort

Kein Platz mehr für Windmühlen in Lastrup - Windpotenzialstudie weist nur Kleinstflächen aus

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 15.04.2015

von Matthias Ellmann

Lastrup. Die Flächen in der Gemeinde Lastrup bieten keinen Platz mehr für einen weiteren Windpark. Das ist das Ergebnis einer Windpotenzialstudie, die das Planungsbüro Diekmann & Mosbach aus Rastede im Auftrag der Gemeinde Lastrup erstellt hat. Demnach bleibt bei Zugrundelegen der von der Gemeinde vorgegebenen Kriterien nur eine Fläche zwischen Oldendorf und Hammel, um mindestens drei Windmühlen aufzunehmen. Hier legt allerdings das Amt für Denkmalschutz sein Veto ein. Im Bereich Westerfeld befänden sich großflächige Bodendenkmale, sogenannte „Celtic Fields“, dass sind Äcker aus der Bronze-, Eisen oder Römerzeit. Die Behörde empfehle daher, diesen Bereich nicht weiter zu untersuchen, sagte Planer Bert Diekmann.

Bei seinen Untersuchungen hatte das Büro zunächst unter anderem einen Mindestabstand der Windanlagen von 700 Metern zur Wohnbebauung zugrunde gelegt sowie den Wunsch der Gemeinde, keine Einzelanlagen zu erstellen, sondern die Anlagen in Windparks zu konzentrieren. Im Landkreis Cloppenburg wurde bis dato üblicherweise sogar ein Abstand von 1.000 Metern zu Wohnbauflächen in Siedlungsbereichen berücksichtigt. 

Die Gemeinde Lastrup habe sich dafür entschieden, aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen und lediglich 700 Meter anzusetzen, um sich nicht dem eventuellen Vorwurf einer „Verhinderungsplanung“ auszusetzen und der Windenergie substanziell Raum zu geben, sagte Bürgermeister Michael Kramer. Aber selbst bei einer Reduzierung der zunächst vorgegebenen 700 Meter auf 600 Meter im Außenbereich hätten sich mit Ausnahme des Bereichs bei Hammel nur Kleinflächen ergeben, die keinem Windpark Raum geben.

Diese 600 Meter aber erachtete die Gemeinde als geringsten zumutbaren Abstand, da es nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen bei einem Mindestabstand von weniger als der zweifachen Anlagenhöhe (also etwa 400 Meter Abstand) zu einer „optisch bedrängenden Wirkung“ komme. Die durch die Gemeinde angesetzten zusätzlichen 200 Meter beziehen sich auf das selbe Urteil, welches aussagt, dass es bei einer zwei- bis dreifachen Höhe der Windenergieanlage regelmäßig einer besonderen Prüfung des Einzelfalles bedarf, während erst bei einem Abstand, der mindestens der dreifachen Höhe entspricht, man in der Regel von einer Windenergieanlage keine Belastungen der Wohnnutzung annehmen wird. Zusätzlich zu den 600 Metern Abstand zur Wohnbebauung plädierte der Bau- und Planungsausschuss auch für einen 100-Meter-Abstand zu Waldflächen und Wäldern.

Die einzige Möglichkeit, den Windenergie-Ertrag in der Gemeinde zu steigern, sehen die Planer daher in einem „Re-Powering“ des Windparks in Timmerlage. Hier könnte man zusätzliche Windmühlen aufstellen oder die vorhandenen gegen neuere, größere und effizientere Anlagen tauschen.

„Niemand möchte solche Anlagen vor der Nase haben. Auf der anderen Seite betreiben wir hier auch keine Verhinderungsplanung und sind daher ja schon von 700 auf 600 Meter heruntergegangen. Das zeigt doch, dass wir der Windkraft Potenzial einräumen. Aber 400 Meter sind zu wenig, und bei 600 Meter haben sich einfach keine geeigneten Flächen ergeben“, sagte Bürgermeister Michael Kramer. Die gemeindliche Entscheidung müsse nicht nur Auskunft darüber geben, von welchen Erwägungen die positive Standortzuweisung getragen wird, sondern auch deutlich machen, welche Gründe es rechtfertigen, den übrigen Planungsraum von Windenergieanlagen freizuhalten.

Zuvor hatte der Grünen-Ratsherr Fabian Wesselmann bemängelt, die Bürger seien in das Verfahren nicht ausreichend eingebunden. Seinen Antrag einer Bürgerbefragung lehnte der Ausschuss aber bei einer Enthaltung ab.

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