zurück zur Übersicht | Datum 16.04.2015 | Kategorie: Rund um den Ort

Klimamanager noch kein heißes Thema

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 16.04.2015

von Matthias Ellmann

Lastrup. Der Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Lastrup hat in seiner jüngsten Sitzung alle drei Anträge abgelehnt, die der Grünen-Ratsherr Fabian Wesselmann in die Beratung eingebracht hatte. Wesselmann forderte die Einstellung eines Klimaschutzmanagers, die Erstellung eines Baulücken-Katasters und den Austritt aus dem Städtering Zwolle-Emsland.

Ein Klimaschutzmanager nehme eine zentrale Rolle in dem vor zwei Jahren in Lastrup beschlossenen Klimaschutzkonzept mit insgesamt 24 Maßnahmen ein, begründete Wesselmann seinen Antrag. Eine solche Stelle sei zur Umsetzung und Koordinierung der Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes dringend erforderlich. Die Stelle werde drei Jahre lang mit 65 Prozent gefördert, anschließend folge eine Förderung über zwei Jahre mit 40 Prozent. Zudem bestehe dann die Möglichkeit, für ein Klimaschutzleuchtturmprojekt zusätzlich eine Förderung von 200.000 Euro zu erhalten. Wesselmann plädiere dafür, einen Klimaschutzmanager mit einer halben Personalstelle zu beschäftigen.

Maria Lübke (CDU) räumte zwar ein, die Einstellung eines Klimaschutzmanagers sei „auf lange Sicht ein wichtiges Thema“, man solle aber schauen, ob man diese Stelle nicht im Verbund mit anderen Kommunen besetzen könne. Bürgermeister Michael Kramer zeigte sich skeptisch. Die in Aussicht gestellte Anschlussfinanzierung sei keinesfalls sicher. Eine interkommunale Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden sei sinnvoll. Sollte sich in der Richtung etwas ergeben, werde man das Thema sofort wieder auf die Tagesordnung heben. „Das ist ja grundsätzlich eine gute Sache“ so der Bürgermeister. Überdies bezweifelte Kramer, ob man für eine halbe Personalstelle eine geeignete Person bekommen könne.

Das von Wesselmann beantragte Baulückenkataster werde derzeit erarbeitet und solle in diesem Jahr auf jeden Fall abgeschlossen werden, sagte Bürgermeister Kramer. „Wir sind mit der Erfassung fast durch und suchen jetzt nach Möglichkeiten, das Baulückenkataster online zu stellen. Sonst macht das Ganze ja keinen Sinn“. Klar sei natürlich, dass die Grundstückseigentümer einer Veröffentlichung zustimmen müssten. Wesselmann hatte zuvor argumentiert, ein Baulücken- und Leerstandskataster biete insbesondere vor dem Hintergrund des enormen Flächenverbrauchs, der knappen Verfügbarkeit von Flächen und steigender Flächenpreise eine wichtige Grundlage für eine langfristige Planung der gemeindlichen Entwicklung. Schon vor drei Jahren habe der Bau- und Planungsausschuss festgelegt, dass die Arbeiten zur Erstellung des Baulückenkatasters kurzfristig aufgenommen werden sollten. Der Ausschuss sah allerdings keinen Grund, diese Forderung jetzt zu wiederholen, da die Arbeiten an diesem Kataster schon weit fortgeschritten seien.

Auch der schon mehrfach geäußerte Wunsch Wesselmanns nach einem Austritt aus dem Städtering Emsland-Zwolle fand keinen Widerhall im Ausschuss. Der Städtering Zwolle-Emsland sei ein Lobbyverband, der als einziges Ziel einen vierstreifigen Ausbau der E 233 fordere. Ein solcher Ausbau sei für die Gemeinde Lastrup aber nachteilig, werde den Ort in zwei Teile schneiden und stelle einen der größten Eingriffe der letzten Jahrzehnte dar.

Zwar habe man sich im Jahr 2008 grundsätzlich für den Ausbau entschieden, „aber ich glaube, damals wussten viele noch nicht, was das wirklich bedeutet“. Die E 233 werde ein Millionen-, womöglich ein Milliardengrab, verwies der Grünen-Politiker auf die stetig angestiegenen Kostenschätzungen für den Ausbau. Und die Kosten für den Unterhalt der dann stärker belasteten Nebenstraßen müsse die Gemeinde tragen. Die Gemeinde Lastrup sollte ihre Mitgliedschaft im Städtering Zwolle-Emsland daher schnellstmöglich beenden.

Jürgen Ostendorf (SPD) hingegen vertrat die Auffassung,die Mitgliedschaft im Städtering biete die Chance, das Projekt zu begleiten und sich einzubringen. Ohnehin wolle man, so Bürgermeister Kramer, „einen Ausbau unter verträglichen Bedingungen für unsere Bürger“.

Veranstaltungen

Veranstaltungskalender