zurück zur Übersicht | Datum 07.05.2015 | Kategorie: Rund um den Ort

37 Jahre von der Idee bis zur Realisierung - Rolf Hahn legt umfangreiche Dokumentation zur Planung und zum Bau der Lastruper Umgehungsstraße vor

Machtvolle Willenskundgebung, schrieb die MT: Zur ersten Demonstration 1991 kamen über 1.000 Menschen auf die B213. Die MT berichtete in großer Aufmachung.
Denken Sie an Plakate: Aufruf zur Demo 1992.
Auf Testfahrt: 2009 fuhr der CDU-Gemeindeverband auf seiner Radtour erstmals über die fast fertige Umgehungsstraße. Foto: la

Lastrup (la). Am 5. Dezember 2009 wurde die Lastruper Ortsumgehung feierlich eingeweiht. Bereits 37 Jahre zuvor, am 25. November 1972, berichtete die Presse erstmals von Plänen zum Bau dieser Dorfkernentlastungsstraße. „Die Erinnerungen an diesen Zeitraum sind durchaus unterschiedlich“, resümierte Rolf Hahn. Der Mitinitiator einer Bürgerinitiative zum Bau dieser Umgehungsstraße stellte nun eine umfangreiche Dokumentation zur Geschichte der Realisation dieses wichtigen Verkehrsweges vor.

Demnach dauerte es nach dieser ersten Veröffentlichung noch sechs Jahre, bis der Lastruper Gemeinderat 1979 bei einer Gegenstimme dem Bau zustimmte. Im Mai 1981 sprachen sich auf einer Bürgerversammlung die meisten der über 100 Besucher für die Realisierung aus. 

Erstmals gab es aber auch kritische Stimmen. Geschäftsleute befürchteten finanzielle Einbußen, Landwirte kritisierten die Durchschneidung wertvollen Ackerlandes, die mit modernen Maschinen nicht mehr zu bearbeiten seien. So gründete sich 1983 sogar eine Initiative gegen den Bau. Die Mitglieder unter dem Vorsitz von Paul Bothe initiierten eine Unterschriftenaktion, die schon nach einem Monat 250 Unterzeichner fand. Bothe argumentierte damit gegenüber der Gemeinde, dass der Ratsbeschluss nicht dem Bürgerwillen entspräche, sondern von einigen „Zugpferden“ gewollt sei. Auch dem niedersächsischen Landwirtschaftsminister Gerd Glup war, so schildert es Rolf Hahn in seiner Dokumentation, diese Bürgerinitiative willkommen. „Laut Kurzdarstellung der Gemeinde bewirkte diese Bürgerinitiative letztendlich eine Streichung aus dem Planungsprogramm“, zitiert Hahn.

Erst 1988 fasste der Rat einen erneuten Ratsbeschluss zum Bau der Umgehungsstraße. Bei den Diskussionen zur Dorferneuerung „wurden Bernd Freye, Monika Zumdohme und mir deutlich, dass der Bau einer Umgehungsstraße als wichtige Voraussetzung einer zukunftsträchtigen Ortsentwicklung so schnell wie möglich realisiert werden müsse“, schreibt Rolf Hahn. So kam es nun zur Gründung einer Bürgerinitiative für den Bau der Umgehungsstraße. Zur ersten Bürgerversammlung erschienen laut Liste 217 Personen – die Presse berichtete von 500 Teilnehmern. Beschlossen wurde hier eine Großdemonstration, der Bau von Hinweisschildern an den Ortseingängen und eine Unterschriftenaktion. Am 22. November 1991 fand dann die Großdemonstration auf der B 213 mit über 1.000 Teilnehmern statt.

Auch mit Politikern in Bonn und Hannover wurden Gespräche geführt. Trotzdem wurde die Ortsumgehung 1992 im Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan nur in die Kategorie „Weiterer Bedarf“ eingestuft – ein Rückschlag, wie Hahn schreibt. Eine zweite Demonstration wurde geplant und am 24. April 1992 auf der Bundesstraße organisiert. Lobend war nach Hahn der Einsatz des SPD-Bundestagsabgeordneten Günther Graf aus Friesoythe, dem es gelang, 43 Abgeordnete für einen Antrag im Bundestag zu gewinnen. 1993 wurde die B 213 in den vordringlichen Bedarf eingestuft. Aber erst 1998 wurden konkrete Pläne vorgestellt und die Kosten auf 30 Millionen Euro beziffert. Regierungswechsel, mangelnde politische Unterstützung und andere Faktoren aber verschoben immer wieder den Beginn des Planfeststellungsverfahrens. 1999 dann bekannten sich endlich laut Hahn alle südoldenburger Politiker vorbehaltlos zum Bau der Umgehungsstraße. Doch erneut verzögerte sich der Beginn des Planfeststellungsverfahrens. Erst am 16. März 2007 fand der feierliche Baubeginn statt, der am 5. Dezember 2009 mit der Verkehrsfreigabe seinen Abschluss fand. „Damit ging für Lastrup ein jahrzehntelanger Kampf erfolgreich zu Ende“, schreibt Hahn, der bei seinen Recherchen Unterstützung und viele Unterlagen von Bernd Freye und Josef Pahls von der Gemeinde Lastrup erhielt. 

Info: Die von Rolf Hahn erstellte Broschüre: „Die Umgehungsstraße – von der Idee zur Realisation“ ist noch nicht im Buchhandel erhältlich, sondern bisher nur in der Gemeindeverwaltung Lastrup einzusehen oder zu kopieren.

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