zurück zur Übersicht | Datum 16.09.2015 | Kategorie: Rund um den Ort

Straße soll einen neuen Charakter erhalten

So könnte es einmal aussehen: Die Vlämische Straße in Lastrup soll an der Kreuzung zur Linderner Straße (links) einen Kreisverkehr mit einer Pkw-Zufahrt zum Einkaufszentrum bekommen, der Abzweig der Landesstraße in Richtung Molbergen wird als abknickende Vorfahrtsstraße umgebaut (Mitte). Der weitere Verlauf Richtung Tankstelle Essing wird dann zur Gemeindestraße und erhält einen Minikreisel (rechts). Grafik: IPW/Gemeinde Lastrup

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 16.09.2015

von Matthias Ellmann

Lastrup (mel). Plötzlich geht alles ganz schnell: Drei Jahre lang erarbeiteten Arbeits- und Projektgruppen einen Maßnahmenkatalog für die Lastruper Dorferneuerung, den der Gemeinderat Ende 2014 verabschiedete. Am 1. April 2015 schließlich sollte die Förderperiode starten. Doch nichts tat sich. „Erst seit der vergangenen Woche sind die notwendigen Vordrucke für die Förderanträge erhältlich“, erklärte Bürgermeister Michael Kramer auf der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses. „Jetzt können wir uns endlich auf den Weg machen“. Nur: Um eine Chance zu haben, in der ersten Förderperiode berücksichtigt zu werden, müssen die Unterlagen bis zum 30. September eingereicht werden. Nur so sei es möglich, mit der ersten Maßnahme der Dorferneuerung, der Umgestaltung der Vlämischen Straße, im kommenden Jahr zu beginnen.

Die plötzliche Eile verstörte zumindest den CDU-Ratsherrn Andreas Ortmann. Er ist Sprecher der Gruppe Ortsbildgestaltung. Ortmann beklagte, die Anregungen aus seiner Gruppe seien nicht ausreichend berücksichtigt worden. Zudem sei man in den letzten Wochen, wohl der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit geschuldet, nicht mehr mit einbezogen, sondern nur noch informiert worden. Ein Vorwurf, den sowohl Michael Kramer als auch die Landschaftsarchitektin Astrid Vieth vom Planungsbüro IPW aus Wallenhorst vehement zurückwiesen. Der Planungszeitraum sei lang genug gewesen, um sich einzubringen. Es seien sehr viele Aspekte aus den Arbeitsgruppen mit eingeflossen. Mangelnde Bürgerbeteiligung könne er nicht erkennen, meinte der Bürgermeister. „Wir wollen nichts machen, was nicht von der Bevölkerung getragen wird“.

Vieth betonte, Planungen seien immer auch Kompromisse. Sie bezog sich dabei vor allem auf den Kreuzungsbereich der Vlämischen Straße mit der Molberger Straße. Hier soll nach einer Vorgabe des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in Lingen eine abknickende Vorfahrt­straße in Richtung Molbergen gebaut werden. „An dieser Entscheidung können wir nichts ändern“, erklärte Vieth. Gerade diese Trassenführung hatte Ortmann kritisiert. Sie werde der Vlämischen Straße als altem Handelsweg nicht gerecht. CDU-Ratsherr Aloys Landwehr hingegen befand, die Straßenführung sei sehr gelungen. Sie biete zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten.

Auf diese verwies auch Astrid Vieth. Um eine Chance zu haben, in das Städtebauförderprogramm aufgenommen zu werden, dürfe es sich bei der Umgestaltung der Vlämischen Straße nicht um eine reine Straßenbaumaßnahme handeln. Vielmehr solle die ehemalige Bundesstraße einen ganz anderen Aufenthaltscharakter bekommen. Sie solle eine Flaniermeile werden. Auf der nördlichen Straßenseite, der Sonnenseite, soll ein Multifunktionsstreifen entstehen, der eine vielfältige Nutzung ermögliche. Hier sei zum Beispiel auch eine Außengastronomie möglich. Die genaue Gestaltung sei noch nicht klar. Das sei aber auch noch nicht notwendig, denn: „Heute geht es nicht um Details, sondern um das Prinzip der Planung“.

Dieses sieht unter anderem eine Verringerung der Straßenbreite von jetzt knapp acht Metern auf 6,50 Meter vor. Abgesenkte Bordsteine sollen eine barrierefreie Querung der Straße ermöglichen. Der Kreuzungsbereich Vlämische Straße/Linderner Straße wird durch einen Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 35 Metern ersetzt. Lage und Anordnung des Kreisels ist noch nicht endgültig festgelegt, Details werden noch mit betroffenen Grundstückseigentümern abgestimmt. Kramer zeigte sich aber zuversichtlich, die Gespräche „zu einem positiven Ende“ führen zu können.

Ebenfalls einen Kreisverkehr bekommt die Kreuzung Vlämische Straße/ Am Apfelgarten. Hier ist ein Minikreisel mit 20 Metern Durchmesser geplant. Lastwagen dürfen diesen Kreisel mittig überfahren.

„Die Antragstellung zum 30. September bietet große Chancen, in das Förderprogramm aufgenommen zu werden“, sagte Astrid Vieth. Nach dem Investitionsstau von zwei Jahren sei genügend Geld vorhanden. Sollte Lastrup in das Programm aufgenommen werden, ist eine Förderung von 67 Prozent möglich. Bürgermeister Kramer betonte aber, man stehe natürlich mit anderen Kommunen im Wettbewerb. Aufgrund der jetzt kurzfristigen Antragsmöglichkeit seien aber viele Mitbewerber wohl noch nicht in der Lage, sich schon zum 30. September zu bewerben. Der Ausschuss solle daher ein Votum treffen, ob Lastrup mit diesem Konzept, für das sich auch der Arbeitskreis Dorferneuerung ausgesprochen habe, ins Rennen gehe. „Die Chancen sind so gut wie nie“, meinte auch Astrid Vieth.

Das sahen die Ausschussmitglieder ähnlich und votierten bei einer Gegenstimme von Andreas Ortmann dafür, sich zum 30. September mit den vorgestellten Planungen um eine Förderung zu bemühen.

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