zurück zur Übersicht | Datum 17.11.2015 | Kategorie: Rund um den Ort

Dörfler wollen nicht mehr hinterm Mond leben

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 17.11.2015

Lastrup (la). „Wir wollen ein schnelles Internet und nicht hinter dem Mond leben“, brachte Christoph Rohe, Oldendorfer Landwirt und CDU- Ratsherr, ein Problem in den Bauerschaften der Gemeinde Lastrup auf den Punkt. Aber es war noch eine ganze Menge mehr, was sich die Menschen aus den Lastruper Ortsteilen auf dem vom CDU-Gemeindeverband organisierten Bürgerabenden wünschten. „Der Dialog ist uns wichtig. Wir wollen wissen, wo der Schuh drückt“, begründete Gemeindeverbandsvorsitzende Johanna Hollah die Initiative der CDU.

Dass der Schuh gleich an einigen Stellen drückt, wurde an den Abenden für die Bauerschaften Suhle/Schnelten/Hammesdamm als auch für Hammel/Oldendorf/Roscharden jeweils 30 Besuchern und in Matrum/Timmerlage sogar mit über 40 Gästen deutlich. So wurden für alle Orte Bauplätze im Außenbereich gewünscht. „Ohne eine bauliche Entwicklungsmöglichkeit sterben die Orte“, glaubt Christoph Rohe, der zusammen mit Georg Rüter und Christian gr. Austing die Ergebnisse in Hammel moderierte. Aber auch eine verbesserte Straßenbeleuchtung im Bereich der Bushaltestellen und der Schulen und an der Hammeler Straße lag den Besuchern am Herzen. Das Leben im Alter beschäftigte ebenfalls viele Teilnehmer. Die Anregungen reichten von verbesserten Lebensmittelbringdiensten bis zu mehr Angeboten für ältere Menschen, jemanden zu finden, der mit ihnen zum Arzt, zur Kirche oder zum Einkaufen fährt oder einen Teil der Freizeit mit ihnen verbringt. Ein Helferpool müsste eingerichtet werden, wurde angeregt. In Hammel wurde unter anderem der Erhalt der alten Schule als Dorfgemeinschaftshaus als wichtig erachtet. Der vierstreifige Ausbau der B 233 wurde dort und auch in Matrum kritisch gesehen. Er zerschneide den Ort, bringe den Landwirten erhebliche Nachteile und verursache einen größeren Flächenbedarf und Teilung der Ländereien.

In Lastrup vermissen die Diskussionsteilnehmer vor allem einen Drogerie- und einen Getränkemarkt sowie ein Fachgeschäft für Bekleidung.

Die Besucher in Matrum wünschen sich einen Radweg an der Straße Mittelwand und eine Entschärfung der Kreuzung Markgrafenheide/Steinkamp und des Dorgdammes. Die Situation in den Schulbussen sei unzumutbar. „Unsere Kinder brauchen genau so viel Platz im Bus wie die Schweine in den Transportfahrzeugen“, sagte der stellvertretende Gemeindeverbandsvorsitzende Josef Osterkamp drastisch.

Die Interessierten in Suhle forderten für die Gemeinde eine Ehrenamtsagentur, die Hilfe Suchende und Hilfsbereite zusammenbringen könnte. In Matrum wünschten sich die Besucher im Schützenhaus mehr Kontakt zu den Asylsuchenden in der Villa Wesselmann. „Man sieht sie höchstens mal auf dem Fahrrad“, formulierte eine Besucherin. Allerdings sei es auch schwer, einfach hinzugehen. Hier könnten Sozialarbeiter leichter den Kontakt zwischen Hiesigen und Asylbewerbern vermitteln. Denn man wolle sie gerne näher kennen lernen.

„Es sind viele Ideen eingegangen. Nicht alles kann die Kommune leisten. Manchmal reicht es, wenn sie Hilfestellung gibt durch Information oder einen kleinen Anschub durch Materialien, Förderbeiträge oder Räumlichkeiten“, fasste Johanna Hollah das Ergebnis zusammen und ermunterte die Einwohner der anderen Bauerschaften, genauso zahlreich und mit so vielen Ideen zu ihren Bürgerabenden zu kommen.

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