zurück zur Übersicht | Datum 25.11.2015 | Kategorie: Rund um den Ort

Lastrup macht mobil gegen Stromtrassen

Ob Elektrosmog oder Flächenverbrauch: Überall machen Politik und Bürger, wie hier in Elsten, Front gegen die Starkstromleitungen. Auch in Lastrup regt sich Widerstand. Foto: Ellmann

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 25.11.2015

von Matthias Ellmann

Lastrup. Auch Lastrup macht mobil gegen die geplanten Stromtrassen durch das Gemeindegebiet. „Lastrup wäre enorm betroffen“, sagte Bürgermeister Michael Kramer auf der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses. Der Strom aus den Windkraftanlagen in der Nordsee müsse irgendwie in den Süden transportiert werden. Dafür aber einen Korridor für die notwendigen Stromtrassen von vornherein auszuschließen, sei nicht nachvollziehbar, kritisierte Kramer die bisherige Haltung des Netzbetreibers Tennet, die Variante an der A1 entlang nicht weiter zu verfolgen. Tennet soll im Auftrag der Bundesnetzagentur eine Stromtrasse von der Nordsee bis nach Bayern planen und bauen. Da das Amt für Regionale Landentwicklung die Vorgehensweise des Unternehmens aber gerügt habe, sei nun auch die A1-Trasse wieder in der Betrachtung. „Das eröffnet für Lastrup die Chance, verschont zu bleiben“, meinte der Bürgermeister.

Er habe bereits im Rahmen der Antragskonferenz vom 15. September in Oldenburg auf diverse Punkte in Bezug auf den Standort Lastrup hingewiesen. So sei es für ihn unverständlich und nicht klar genug begründet, warum Cloppenburg als Fixpunkt im Bereich der Stromtrassenführung von Conneforde nach Merzen als gesetzt erscheint.

Auch die vorgesehene Trassenvariante, die durch das Gemeindegebiet Lastrup im Bereich Kneheim, Hemmelte und Suhle verlaufen könnte, weise laut Flächennutzungsplan erhebliche Widerstände auf, die in den bisherigen Planungen nicht berücksichtigt worden seien, wie die Windenergieanlage im Bereich Kneheim und im weiteren Bereich um Kneheim, Hemmelte und Suhle sieben Erdgasbohr- und -förderstellen mit entsprechenden Sauergasleitungen sowie größere Waldgebiete und ein geschütztes Biotop. Ebenfalls befindet sich im Bereich nördlich von Hemmelte zur Gemeindegrenze Cloppenburg eine Potenzialfläche für Windenergie. Hier laufen derzeit die politischen Beratungen über eine Nutzung der Fläche für Windenergie.

Dass der östliche Korridor von Oldenburg bisher nicht berücksichtigt wurde, stellt nach Auffassung des Bürgermeisters einen deutlichen Widerspruch im Rahmen der Variantenfindung dar. Die westliche Trassenvariante von Cloppenburg durch das Gemeindegebiet Lastrup Richtung Essen beeinträchtige die Gemeinde Lastrup und gerade die Ortschaften Kneheim, Hemmelte und Suhle massiv. Auch das im Bereich Matrum/Molbergen geplante Umspannwerk, das eine Fläche von 30 Hektar benötige, könne er nicht nachvollziehen. „Wir haben hier einen irrsinnigen Flächendruck im Landkreis“, meinte Kramer.

Fabian Wesselmann (Grüne) hingegen vertrat die Auffassung, man könne hier nicht einfach nach dem St.-Florians-Prinzip vorgehen und das Problem auf andere Gemeinden verschieben. „So einfach kann man es sich nicht machen“. Im Übrigen verbrauche der geplante Ausbau der B 213 wesentlich mehr Fläche als das Umspannwerk, sagte Wesselmann.

Schlussendlich sprach sich der Ausschuss aber einstimmig (Wesselmann ist nur beratendes Mitglied) gegen eine mögliche Trassenführung über das Gebiet der Gemeinde Lastrup aus und forderte stattdessen eine vertiefende Untersuchung des östlichen Trassenkorridors entlang der A1.

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