zurück zur Übersicht | Datum 26.11.2015 | Kategorie: Rund um den Ort

In Kneheim grüßt täglich das Murmeltier

Kleine Straße, große Diskussionen: Die Straße in das Kneheimer Baugebiet Blauer Kamp II soll nun "Achtern Busch" heißen. Ob vorläufig oder endgültig, wird sich zeigen. Foto: Ellmann

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 26.11.2015

von Matthias Ellmann

Lastrup. Lastrups Bürgermeister Michael Kramer wähnte sich im Film: „Und täglich grüßt das Murmeltier“ leitete er im Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde die Diskussion um den Namen für die Stichstraße im neuen Kneheimer Baugebiet Blauer Kamp II ein.

Hintergrund des kleinen cineastischen Ausflugs: Die Ratsgremien hatten der Straße bereits zweimal einen Namen gegeben, jetzt folgte die dritte Runde. Zunächst war der Bau- und Planungsausschuss Mitte September einer Anregung des CDU-Ratsherrn Aloys Landwehr gefolgt. Der hatte beantragt, die Straße solle „St.-Michael-Straße“ heißen. Die eigenständige Kirchengemeinde St. Michael in Kneheim gebe es schon lange nicht mehr, vielleicht sei auch bald die Kirche verschwunden. Da wäre es doch schön, wenn eine Straße an Kirche und Kirchengemeinde erinnere, begründete Landwehr seinen Vorschlag, den der Fachausschuss absegnete.

Einige Tage später im Verwaltungsausschuss (VA) erinnerten sich die CDU-Mitglieder aber an einen Fraktionsbeschluss, nach dem die Straße, dem Namen des Baugebiets und einer alten Flurbezeichnung folgend, doch eigentlich „Blauer Kamp“ heißen sollte. Also strich der VA die – auch von den CDU-Mitgliedern im Bau- und Planungsausschuss gewünschte – St.-Michael-Straße und ersetzte sie durch „Blauer Kamp“. Diese Entscheidung bestätigte der Gemeinderat in seiner Sitzung am 30. September mit 14 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung. Die Gemeindeverwaltung informierte daraufhin Landkreis, Finanzamt, Katasteramt, Rettungsdienste, Polizei, Großleitstelle und die Post darüber, dass die Straße, „nach Ratsbeschluss“ nun „Blauer Kamp“ heißen werde.

Vorschnell, wie sich bald herausstellte. Denn die Kneheimer, die es zuvor an Vorschlägen für eine Straßenbenennung hatten fehlen lassen, wie Bürgermeister Kramer rügte, wollten dem Ratsbeschluss nicht folgen. Vielmehr äußerten sie jetzt den Wunsch, die Gemeinde möge die Namensnennung „Blauer Kamp“ doch noch einmal überdenken. Aufgrund der Ähnlichkeit der Straßenbezeichnungen mit den bereits in Kneheim vorhandenen Straßennamen „Zum blauen Kamp“ und „Vorm blauen Kamp“ könne es schnell zu Verwechslungen kommen, sagten die Dorfbewohner. Gerade bei Rettungseinsätzen sei eine solche Namensgebung nicht förderlich. Auch der örtliche Postbote machte Bedenken geltend.

Worauf sich nun, erneut im Bau- und Planungsausschuss, der nachträglich eingeschobene Tagesordnungspunkt 9 wiederfand: Änderung des Straßennamens „Blauer Kamp“ und damit die Aufhebung des Ratsbeschlusses von Ende September. Immerhin wurde jetzt aus Kneheim die Bezeichnung „Achtern Busch“ für die neue Wohnstraße vorgeschlagen. Das gefiel den Ausschuss-Mitgliedern, die diese Namensgebung einstimmig befürworteten.

Das Kneheimer Murmeltier damit endgültig in Rente schicken wollte Andreas Ortmann aber nicht so ohne Weiteres. „Die Entscheidung für ,Achtern Busch’ steht fest – zumindest bis zur nächsten VA-Sitzung“: diese Schluss-Pointe mochte sich der Ausschuss-Vorsitzende nicht verkneifen. Auch an anderer Stelle ist man sich nicht sicher, ob „Achtern Busch“ nun finalen Charakter hat. Man werde lieber noch ein wenig warten, bevor man Ämter und Institutionen über diese neue Namensgebung informiert, hieß es aus der Lastruper Gemeindeverwaltung. Immerhin berät ja der Gemeinderat am 4. Dezember das Namensthema noch einmal.

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