zurück zur Übersicht | Datum 27.11.2015 | Kategorie: Rund um den Ort

Kinder lernen spielend Deutsch sprechen

Alle ziehen an einem Strang: Die Gemeinde Lastrup, die Kirchengemeinde, der Verein Bürger für Bürger Lastrup und die Erzieherinnen initiieren ein Sprachförderprogramm in den Kindertagesstätten der Gemeinde. Von links: Bürgermeister Michael Kramer, Sandra Hoppe (Hand-in-Hand-Kindergarten Kneheim), Maria Rump (St.-Agnes-Kindergarten), Ingrid Bührmann-Meinel (Herz-Jesu- Kindergarten Hemmelte), Margret Dockmann (Kinderkrippe Wolkennest), Marlies Thoben-Jans (Bürger für Bürger), Pastor Günther Mleziva, Rudolf Brinkmann und Conrad Meyer (Bürger für Bürger) sowie Bettina Schweers (Bunte-Welt-Kindergarten). Fotos: Ellmann
Spielerisch zur deutschen Sprache: Oliwia aus Polen, Naglis aus Litauen, Daniel aus Rumänien und Igorek aus Polen üben gemeinsam mit der Leiterin des Lastruper St.-Agnes-Kindergartens, Susanne Schnelten. Im kommenden Jahr soll eine Erzieherin im Ruhestand wieder die Sprachförderung übernehmen.

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 27.11.2015

von Matthias Ellmann

Lastrup. Die Sprache als elementarer Faktor der Integration soll in der Gemeinde Lastrup stärker gefördert werden. Ein Sprachförderprogramm für die Kinder in den Kindertagesstätten der Gemeinde soll daher die Sprachkompetenz stärken. Nicht nur bei Flüchtlingskindern, sondern auch bei den Kindern von Zuwanderern oder Werkvertragsarbeitern. Derzeit kämen im Gemeindegebiet 17 Kinder für eine solche Förderung in Frage, sagte Bürgermeister Michael Kramer, der das Konzept, vor allem aber die Finanzierung jetzt im Rathaus vorstellte. Denn das Programm sollen nicht die Erzieherinnen durchführen, sondern externe Kräfte. „Diese Spracherwerbskurse in unserem normalen Kindergartenalltag anzubieten, ist gar nicht möglich“, sagte Maria Rump vom Kindergarten St. Agnes. Hier lief bereits ein halbes Jahr lang ein solcher Sprachförderkurs, angeboten von einer ehemaligen Erzieherin der Einrichtung. Finanziert wurde der Kurs von „Bürger für Bürger Lastrup“.

Dieser soziale Verein ist auch jetzt wieder mit von der Partie, gemeinsam mit der katholischen Kirchengemeinde und der Gemeinde Lastrup. Alle drei Partner legen jeweils 2.000 Euro in den Fördertopf, so dass jetzt 6.000 Euro für die Sprachförderung in den Lastruper Kindergärten zur Verfügung stehen. „Schön, dass wir das so schnell hinbekommen haben“, meinte Rump.

Auch Bürgermeister Kramer erinnerte an die kurze Entscheidungszeit. Man habe mit den Erzieherinnen und Pastor Günther Mleziva gemeinsam überlegt, wie man die Integration auch der Kleinsten fördern könne. Daher solle nun der Spracherwerb als elementarer Bestandteil der Integration schon im Kindergarten unterstützt werden. Der Verein „Bürger für Bürger“ sei ebenfalls sofort begeistert von der Idee gewesen. „Es ist ein gutes Zeichen, dass hier alle gemeinsam an dieser Herausforderung mitarbeiten“, meinte Kramer. Daher könne man das Projekt auf breite Beine stellen.

Im St.-Agnes-Kindergarten gibt es derzeit zwölf Kinder, die bisher nicht Deutsch sprachen. In Dreiergruppen sei hier jedes Kind zweimal pro Woche jeweils eine halbe Stunde lang unterrichtet worden. „Diese Zeitspanne reicht völlig aus. Die Konzentrationsfähigkeit der Kinder ist begrenzt“, weiß Maria Rump. Das notwendige Lernmaterial, wie zum Beispiel eine Sprachlernbox, sei in den Kindergärten ohnehin vorhanden. Diese hatte die Koordinierungsstelle für Sprache und Spracherwerb beim Landescaritasverband Vechta den Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Die Stelle wird von den Landkreisen Cloppenburg und Vechta finanziert. „Die Kinder gehen gern zu den Sprachförderkursen und finden das sehr gut“, hat Maria Rump erfahren. Nicht nur die Kommunikation der Kinder untereinander, sondern auch die der Kinder mit den Erzieherinnen werde durch diese Kurse erheblich verbessert.

Ingrid Bührmann-Meinel (Herz-Jesu-Kindergarten Hemmelte) stellte die Vorteile der Sprachförderung vor Ort heraus. Die Kinder, so Bührmann- Meinel, könnten in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Das biete einen guten, sicheren Rahmen für die oftmals traumatisierten Kinder. Zudem sei so auch ein zuverlässiges Unterrichten gewährleistet, ergänzte Sandra Hoppe aus dem Hand-in-Hand-Kindergarten Kneheim.

Starten soll die Sprachförderung Anfang des kommenden Jahres und ist zunächst auf zwölf Monate ausgelegt. Man werde das Projekt, wenn es gut anlaufe, aber sicher weiter fortführen, da es maßgeblich dazu beitrage, Sprachprobleme in den Schulen zu verhindern, erklärte Kramer.

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