zurück zur Übersicht | Datum 05.12.2015 | Kategorie: Rund um den Ort

Karussell der Hilfsbereitschaft gestartet

Mit dem Sozialpreis geehrt: Bürgermeister Michael Kramer zeichnete gestern Abend Sarah Dhem für ihr ehrenamtliches Integrationsengagement aus. Foto: Matthias Ellmann

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 05.12.2015

von Matthias Ellmann

Lastrup. Den Asylsuchenden ein Gesicht geben, sie aus der Anonymität holen und so Furcht und Vorurteile überwinden, das sind die Triebfedern für ihr außergewöhnliches soziales Engagement. Für ihren umfassenden Einsatz für die Flüchtlinge wurde Sarah Dhem gestern Abend mit dem Lastruper Sozialpreis ausgezeichnet.

Die Preisträgerin handele von Überzeugung getrieben und von der Gewissheit, dass man auch selber etwas tun müsse und dieses Thema nicht den Stammtischen überlassen sollte. Sarah Dhem sei es leid, dass so viele hetzen gegen die Fremden und ihnen vielfach keine Chance auf Teilhabe am Gesellschaftsleben eingeräumt werde. Mit dem „internationalen Nähcafé“ im alten Lastruper Feuerwehrhaus habe sie aus eigener und voller Überzeugung ein Mittel gegen die Furcht und die vorgefassten Meinungen gefunden, betonte Bürgermeister Michael Kramer in seiner Laudatio.

„Sarah Dhem schafft Verbindungen, sie schafft Begegnung, sie sorgt dafür, dass Menschen aller Herkunftsländer in Lastrup eine Kontaktmöglichkeit und Begegnungsstätte haben“, sagte der Bürgermeister.

Mit ihrem Aufruf, Bekleidung und Fahrräder für zwei Flüchtlingsfamilien zu organisieren, die gerade in Lastrup angekommen waren, habe sie, so Kramer, „das Karussell der Hilfsbereitschaft und Integration so richtig in Schwung gebracht“. Denn aus diesem Aufruf heraus hatte die 36-Jährige die Idee entwickelt, einen Treffpunkt für Asylsuchende und Einheimische ins Leben zu rufen. „Seitdem treffen sich im alten Feuerwehrhaus Asylsuchende und Einheimische zu einem internationalen Nähnachmittag. Im Schnitt kommen jeden Mittwochnachmittag etwa acht bis zehn Asylsuchende. Neben der Idee des Nähcafé hat sich auch dort eine Kleiderbörse entwickelt, die von weiteren zehn ehrenamtlichen Helfern begleitet wird. Die Spendenbereitschaft ist seitdem ungebrochen, und darauf dürfen und können wir alle sehr stolz sein“, meinte Kramer.

Das sei aber noch nicht alles. Unter Mitwirkung des Heimatvereins würden nun auch Werk- und Drechselarbeiten angeboten. „Auch hier kommen im Schnitt zwölf Asylsuchende und beweisen ihr handwerkliches Geschick unter professioneller Anleitung. Und all das durch die Initialzündung unserer diesjährigen Preisträgerin“, lobte der Bürgermeister die dreifache Mutter. Sarah Dhem leiste einen vorbildlichen Beitrag dazu, dass die Menschen, die alles hinter sich lassen mussten, um ihr Leben zu retten, oder die in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft nach Lastrup kamen, nicht nur eine Unterkunft und einen Ort der Sicherheit finden, sondern auch einen wichtigen Schritt in die Integration in das Gesellschaftsleben gehen können“.

Durch ihren uneigennützigen und ehrenamtlichen Einsatz sei Sarah Dhems Initiative „Lastrup international“ zu einem Vorzeigeprojekt für viele andere geworden und ein Ruck der Hilfsbereitschaft und Unterstützung durch die Bevölkerung gegangen.

„Ich bin mir sehr sicher, dass dieses Projekt auch mit weiter wachsendem ehrenamtlichen Engagement vieler aus der Bevölkerung noch weiter ausgebaut wird, um die Integration der Asylsuchenden in das Gesellschafts- und Gemeinschaftsleben der Gemeinde zu erleichtern“.

Info:

  • Gestern Abend wurde der Lastruper Sozialpreis zum 17. Mal verliehen
  • Die Auszeichnung wurde 1999 ins Leben gerufen, um Menschen zu ehren, die eher im Verborgenen tätig sind und nicht so sehr im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen.
  • Gewürdigt werden soll damit das ehrenamtliche Engagement, gerade im sozialen Bereich.

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