zurück zur Übersicht | Datum 22.12.2015 | Kategorie: Rund um den Ort

Zum Nachtisch gibt es Kheer und Baklava

Viel Leid liegt hinter ihnen: Nachdem ihre zwei Brüder erschossen worden waren, flüchtete Marwa mit ihrem Mann Hajani und ihren Kindern aus dem IS-besetzten Teil des Irak.
Das Kochteam: Mohammad, Farhan, Wasal und Rehman aus Pakistan bereiteten das Menü in der Küche der Sportschule vor.
Spontane Gesangseinlage: Mamund Ahmad Shah aus Afghanistan begeisterte die Zuhörer und auch Bürgermeister Michael Kramer sowie Christoph Rohling, Leiter der Sportschule. Fotos: Aloys Landwehr

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 22.12.2015

Lastrup (la). Biryani als Hauptgericht und Kheer und Baklava zum Nachtisch sowie eine Tomatensuppe als Vorspeise – dieses Menü hatten Wasal, Mohammad, Farhan und Rehman in der Sportschule in Lastrup für rund 100 Flüchtlinge aus mehreren Ländern unter Leitung von Hubert Witten zubereitet. Initiiert hatte dieses Essen der Arbeitskreis Flüchtlinge mit Maria Meyer und Sarah Dhem auf Vorschlag von Wasal Khan. Der Pakistani lebt seit sieben Monaten in Nieholte. Die Sportschule stellte Küche und Speisesaal zur Verfügung und der Kreissportbund (KSB) übernahm die Kosten.

„Ich glaube, das hat es in der Sportschule noch nicht gegeben, dass hier über 100 Menschen aus zehn verschiedenen Nationen gemeinsam zum Essen geladen sind. Die Idee der Organisatoren um Maria Meyer und Christoph Rohling, den Leiter der Sportschule Lastrup, ist angekommen. Das zeigt auch diese enorme Teilnehmerzahl“, lobte KSB- Vorstandsmitglied Aloys Landwehr die Organisatoren, aber auch die vier pakistanischen Köche und ihren Koordinator Hubert Witten.

Zu Kaffee, Tee und Wasser hatten die Hobbyköche dann ein dreigängiges Menü vorbereitet, das sich auch Bürgermeister Michael Kramer nicht entgehen ließ. Nach selbst gebackenem Brot mit Butter gab es eine herzhafte Tomatensuppe. Biryani, ein stark gewürztes Reisgericht mit Hühnchenfleich und dazu warmes Gemüse bildeten den Hauptgang. „Zu Hause essen wir das immer mit den Händen“, erzählte Maad, der in Rakka in Syrien, der Hochburg der IS, Rechtsanwalt gewesen war und vor der IS fliehen musste. Aber auch mit Messer und Gabel schmeckte es. Als Nachtisch servierte die Küche Kheer, einen sehr stark gesüßten Reispudding, ursprünglich aus Indien stammend. Zudem hatten Haifa und Salah aus Syrien zum Dank für die Einladung Baklava, einen Blätterteigkuchen, gefüllt mit Nüssen und Mandeln, gebacken, den sie allen anboten.

Ungeplanter Höhepunkt war sicher der spontane Liedvortrag von Mamund Ahmad Shah. Der junge Afghane sang ohne jede Instrumentalbegleitung mit Inbrunst und Leidenschaft ein Lied aus Afghanistan, das von Liebe, Sehnsucht und Heimat handelte. Asam Osman aus Syrien trug gekonnt ein langes Gedicht vor. Auch das handelte von Heimat und Sehnsucht und erhielt von allen, die Arabisch verstanden, viel Beifall. Einen besonderen Dank erhielt auch die Feuerwehr Lastrup und besonders Manfred Bäker, der mit dem Feuerwehrbully viele Teilnehmer zurück in ihre Unterkünfte nach Hamstrup, Nieholte oder Cloppenburg fuhr.

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