zurück zur Übersicht | Datum 12.01.2016 | Kategorie: Rund um den Ort

Kramer sieht Lastrup auf einem guten Weg

Noch nicht ganz barrierefrei: Der Anbau an der Astrid-Lindgren-Grundschule mit Fahrstuhl, Differenzierungsraum und behindertengerechten Toiletten ist die letzte Maßnahme im Rahmen der Inklusionsarbeiten an den Schulen der Gemeinde. Foto: Matthias Ellmann

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 12.01.2016

von Matthias Ellmann

Lastrup (mel). „So kann es weitergehen“: Bürgermeister Michael Kramer ist überaus zufrieden mit dem in der Gemeinde Lastrup im vergangenen Jahr Erreichten und hofft jetzt natürlich auf eine Fortsetzung. „Wir wollen unsere Gemeinde langsam, aber stetig weiterentwickeln“, sagt Kramer.

Ein großes ehrenamtliches Engagement gepaart mit klugen Ratsentscheidungen, einer engagierten Verwaltung und leistungsfähigen Unternehmen sieht der Bürgermeister dabei als Schlüsselstellen. „Das Gesamtpaket stimmt“.

Dass bei allem Bemühen und vielseitigen Investitionen, die, so Kramer, „allen Einwohnern zugute kommen“, die Gemeinde dennoch keine Kredite aufnehmen musste, freut den Bürgermeister besonders. Ursprünglich waren 1,3 Millionen Euro auf der Minusseite kalkuliert worden. Dass es dazu nicht kam und dennoch alle geplanten Maßnahmen durchgeführt wurden, sei auch ein Verdienst der Unternehmen, die mit 5,1 Millionen Euro eine überdurchschnittlich hohe Gewerbesteuer erwirtschaftet hätten. Ebenso fiel der Anteil aus der Einkommensteuer höher als erwartet aus.

Dass die Gemeinde bei 63 Geburten und 64 Sterbefällen dennoch leicht auf jetzt 7.299 Einwohner gewachsen sei, liege auch an der Aufnahme von Flüchtlingen. Derzeit sind es 115 im Gemeindegebiet, weitere 29 kommen bis Ende März hinzu. Noch können alle Flüchtlinge dezentral untergebracht werden. Dennoch sei die Gemeinde stets auf der Suche nach weiterem Wohnraum.

Da die Asylarbeit in der Verwaltung, gerade im Sozial- und Meldeamt, viel Zeit binde, ist seit dem 1. Januar Hatun Esati mit 18 Stunden für die Betreuung und Begleitung der Asylsuchenden eingestellt worden. Bisher hatte die gebürtige Türkin viele dieser Aufgaben ehrenamtlich erledigt. „Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Sozial- und Meldeamt haben die Herausforderungen gut gemeistert“, sagt Kramer und spricht von einem „anspruchsvollen und teils schwierigen Jahr“ auch für den Bauhof. Diese Herausforderungen, prognostiziert der Bürgermeister, würden zur Daueraufgabe. „Darauf sollten und wollten wir uns einstellen“. Ehrenamtliches Engagement auf vielen Ebenen, wie im Bereich des Deutschunterrichts, der Freizeit, im Vereins- und Gemeinschaftsleben habe geholfen, die Situation zu meistern. „Von den Ereignissen in Köln, Hamburg oder Stuttgart lassen sich unserer Ehrenamtlichen nicht abschrecken. Das finde ich sehr gut und auch richtig“, sagt Kramer.

Investiert hat die Gemeinde im vergangenen Jahr auch wieder in die jüngsten Einwohner der Gemeinde. So erhielt der Bunte-Welt-Kindergarten einen neuen Sanitärtrakt und Spielplatz, der Kindergarten in Kneheim eine neue Küche. Zudem sind mittlerweile alle Schulen für etwa 250.000 Euro inklusionsgerecht umgerüstet, von behindergerechten Toiletten über elektrische Türöffner bis hin zum Fahrstuhl in der Astrid-Lindgren-Grundschule. Auch die Vereinsförderung werde, so Kramer, großzügig betrieben. „Wir versuchen die Vereine so gut es geht zu unterstützen. Sie leisten einen großen Beitrag in unserer Gesellschaft“.

Neue Wohngebiete wie an der Linderner Straße in Lastrup, im Bereich des Kindergartens in Hemmelte, wo zehn bis elf Bauplätze entstehen sollen, und in Kneheim sorgen dafür, dass langfristig Bauwünsche erfüllt werden können. Großprojekte wie die Tank- und Rastanlage an der B 213 sorgen für die nötigen Arbeitsplätze. Das Projekt sei durch den Bau eines Autohofes in Stapelfeld nicht gefährdet, betont Kramer. Alle Grundstücksverhandlungen seien abgeschlossen. Im Herbst soll die Erschließung beginnen, vielleicht schon im Frühjahr 2017 können die ersten Autofahrer dort tanken mit direkter Anbindung an die Bundesstraße. „Ein erheblicher Standortvorteil gegenüber dem in Stapelfeld geplanten Autohof“, sagt Kramer. Aber nicht nur an der B 213 im Bereich Nieholte wird gebaut, auch Gewerbegebiete in Hemmelte und Schnelten werden entwickelt.

Damit die Unternehmen mit der Welt kommunizieren können, verstärkt die Gemeinde die Bemühungen um den Breitbandausbau und stellt dafür in diesem Jahr 110.000 Euro zur Verfügung. Fortschritte gibt es auch im Bereich der Dorferneuerung und Dorfentwicklung: Die Fördermittel für den Umbau des Meiners-Hauses sind genehmigt. Hier wird sich jetzt eine Arbeitsgruppe bilden, um die Detailplanung zu besprechen. Zudem bemüht sich die Gemeinde seit Mai 2015 um die Aufnahme in das Städtebauförderprogramm. Zwei Drittel der Kosten für die Umgestaltung der Vlämischen Straße würden dann gefördert. Mitte Februar will die Gemeinde einen entsprechenden Antrag stellen. „Wir sind auf einem guten Weg. Ich hoffe, dass sich dies auch 2016 und in den Folgejahren so fortsetzt“.

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