zurück zur Übersicht | Datum 05.03.2016 | Kategorie: Rund um den Ort

Gemeinde legt drei Varianten vor

Die Qual der Wahl: Bis in den April hinein können sich die Lastruper Einwohner anhand dieser Musterflächen am Rathaus, die hier Bauamtsleiter Berthold Sauerland präsentiert, ein Bild über die mögliche Pflasterung der Vlämischen Straße machen. Ihre Eindrücke und Vorschläge sollen sie dann vor Ort in eine Arbeitskreissitzung am 6. April einbringen. Foto: Matthias Ellmann

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 05.03.2016

von Matthias Ellmann

Lastrup. Fast vier Jahre nach Beginn der ersten Planungen wird die Lastruper Dorferneuerung jetzt für die Bürger greifbar. Auf dem Marktplatz am Rathaus hat die Gemeinde mehrere Musterflächen anlegen lassen, auf denen die mögliche Pflastergestaltung der Vlämischen Straße erkennbar ist. Hier können sich die Einwohner ein Bild davon machen, wie die künftige Lastruper Flaniermeile aussehen könnte und sich eine Meinung bilden. Diese soll in den Entscheidungsprozess zur Umgestaltung der früheren Bundesstraße mit einfließen.

„Es ist und es war immer unser Bestreben, die Dorferneuerung so transparent wie nur irgendmöglich zu gestalten und die Bürger größtmöglich zu beteiligen“, sagt Bürgermeister Michael Kramer, und Bauamtsleiter Berthold Sauerland betont, gerade die Pflasterung sei ein wichtiges Gestaltungsmerkmal der „neuen“ Vlämischen Straße. Diese soll von dem geplanten Kreisverkehr an der jetzigen Kreuzung Vlämische Straße/Linderner Straße bis hin zu einem „Minikreisel“ bei der Tankstelle Essing umgestaltet werden und einen Aufenthaltscharakter erhalten. Sie soll eine Flaniermeile werden mit einem Multifunktionsstreifen auf der nördlichen, der Sonnenseite. Hier ist zum Beispiel auch eine Außengastronomie möglich. Die Straßenbreite von jetzt knapp acht Metern soll auf 6,50 Meter verringert werden und abgesenkte Bordsteine eine barrierefreie Querung ermöglichen. 

Allerdings sind beim Umbau gegensätzliche Wünsche und Anforderungen umzusetzen. Zum einen soll die Straße eine barrierefreie, grüne Flaniermeile werden, zum anderen muss die Fahrbahnbreite weiterhin ausreichen, um bei einer Sperrung der Ortsumgehung den Ausweichverkehr, also auch große Lastwagen, im Begegnungsverkehr aufnehmen zu können. „In erster Linie aber ist der Entwurf zur Vlämischen Straße mit Bezug auf die Stärkung der Familienfreundlichkeit des Ortes entstanden“, sagt Berthold Sauerland. Die Hauptortsdurchfahrt soll zur Wohn- und Geschäftsstraße mit Aufenthaltsmöglichkeiten umgestaltet werden. Die Vlämische Straße solle zum Verweilen einladen. Aus diesen Grundsätzen habe sich die Idee entwickelt, die Straße nicht nur als Verkehrsraum zu sehen, sondern als multifunktional nutzbaren Raum. Die Ausstattung könne flexibel genutzt werden und helfe, dieses Ziel zu erreichen.

„Es gibt einen Streifen entlang der Vlämischen Straße, auf dem die Ausstattung angeordnet ist, wenn die Straße im Alltagszustand befahren wird. Durch die Flexibilität der Ausstattung wird es möglich, die Straße für den Pkw-Verkehr zu sperren und den damit entstehenden Raum für Veranstaltungen zu nutzen“, verdeutlicht Sauerland die Nutzungsmöglichkeiten. Das Pflaster unterstütze diese Gestaltung. Es markiere einerseits die Flächen für die Ausstattung und die Fußgängerbereiche, übernehme eine leitende Funktion. Andererseits sei die Gestaltung nicht zu verkehrsorientiert und vermittele ebenfalls ein gewissen Platzcharakter. Gemeindeverwaltung und Planungsbüro würden daher drei Varianten vorschlagen, von schlicht über elegant bis hin zu leicht verspielt. „Die Pflastersteingrößen sind kleinformatig gewählt. Wir denken, dass diese Wahl die angestrebte dörfliche Erscheinung besser unterstützt als ein großformatiges Pflaster“, erläutert der Bauamtsleiter die Vorauswahl.

Fakten:

  • Die Gemeinde Lastrup hat sich für die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm beworben. Hier besteht eine Fördermöglichkeit von 66,7 Prozent der Bruttokosten. Die Förderung aus der Dorferneuerung hingegen liegt bei maximal 50 Prozent der Bruttokosten. Ob die Gemeinde in das Städtebauförderungsprogramm aufgenommen wurde, wird sich voraussichtlich Anfang April entscheiden.
  • Für die Pflasterung der Vlämischen Straße stehen drei Varianten zur Auswahl:
  • Variante 1 kombiniert zwei Grautöne mit beigem Pflaster. Diese Variante ist schlicht und einfach.
  • Variante 2 kombiniert zwei verschiedene Beigetöne miteinander.
  • Variante 3 ist die verspielte Version. Sie kombiniert buntes Klinkerpflaster mit drei Grautönen.
  • Diskutiert werden sollen diese Varianten auf einer öffentlichen Arbeitskreissitzung, die am Mittwoch, 6. April, um 18 Uhr an den Musterflächen beim Rathaus beginnt. Hier soll allen Interessierten, Anliegern und Arbeitskreismitgliedern der Dorferneuerung die Möglichkeit gegeben werden, sich an der Gestaltung und Materialauswahl zu beteiligen.
  • Im Anschluss lädt Bürger­meister Kramer zu einer Ortsbegehung ein.

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