zurück zur Übersicht | Datum 13.04.2016 | Kategorie: Rund um den Ort

Ein Luxusproblem sorgt für Stirnrunzeln

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 13.04.2016

von Matthias Ellmann

Lastrup. In der Gemeinde Lastrup wachsen immer mehr Kinder auf. Die erforderlichen Betreuungsplätze für das kommende Kindergartenjahr aber fehlen. „Es ist doch eine positive Sache, wenn wir über die Erweiterung von Betreuungsplätzen reden müssen“, meinte zwar Bürgermeister Michael Kramer auf der Sitzung des Jugend-, Kultur- und Sportausschusses. Auch Clemens Haker (CDU) sagte, es sei erfreulich, wenn in Lastrup, entgegen dem bundesweiten Trend, die Kinderzahlen stiegen. Und Sandra Obermeyer sprach von einem „Luxusproblem“. Nur: Dieses „Luxusproblem“ sorgte für reichlich Verdruss in dem Fachausschuss. Denn die Gemeinde möchte zunächst, so Kramer, „auf große bauliche Maßnahmen“ verzichten und die notwendige zusätzliche Krippengröße in den heilpädagogischen Kindergarten am Birkenweg auslagern, um dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gerecht zu werden.

Doch die zunächst angedachte Betreuungslösung entpuppte sich als Sackgasse - und das offenbar kurzfristig, was noch für den meisten Ärger sorgte. Aufgrund der vor etwa sechs Wochen erfolgten 29 Anmeldungen für den Krippenbereich hätten der St.-Agnes-Kindergarten oder der Bunte-Welt-Kindergarten in Lastrup eine zweite Krippengruppe einrichten müssen. Vor Ort ist dies aus räumlichen Gründen nicht möglich. Daher wollte die Kirche als Träger des St.-Agnes-Kindergartens im Heilpädagogischen Kindergarten am Birkenweg, den der Caritas-Verein Altenoythe betreibt, einen Gruppenraum anmieten und dort die Krippenkinder selber betreuen. Diesen Weg hatte in der Vorwoche auch die CDU-Fraktion auf einer Sitzung befürwortet. Doch jetzt hatte sich die Sachlage geändert. Der Caritas-Verein möchte die neue Krippe am Birkenweg in eigener Hand betreiben. „Zwei Träger unter einem Dach, das ist nicht sonderlich glücklich“, meinte Andreas Wieborg, der pädagogische Leiter des Caritas-Vereins. Auch das Landesjugendamt habe Bedenken geäußert. Zudem betreibe der Caritas-Verein in Altenoythe bereits seit drei Jahren eine Krippe, verfüge also über die notwendige Erfahrung.

„Das ist nicht ganz sauber“, erboste sich Felix Klugmann (CDU). Der Kindergarten habe sich auf die Mietmöglichkeit eingestellt und habe jetzt so kurzfristig keine Möglichkeit mehr, Alternativen in Betracht zu ziehen. „Wir haben jetzt sechs Wochen verloren. Wir haben keine Alternativen“, meinte auch Kirchenprovisorin Elisabeth Gänsler, und Kindergartenleiterin Susanne Schnelten ergänzte, die Nachricht sei in der Tat sehr spät gekommen. Sie habe sich mehr Transparenz gewünscht.

Beate Kaminski, die Leiterin des Heilpädagogischen Kindergartens am Birkenweg, hingegen betonte, ihre Einrichtung verfüge über das notwendige Know-how für die Betreuung der Krippenkinder. Diesen stehe ein separater Raum zur Verfügung. Andreas Wieborg verwies darauf, dass sich der Caritas-Verein ohnehin stärker in der Regelbetreuung etablieren wolle. „Wir sind fachlich und räumlich dazu in der Lage. Ich denke, wir können selbstbewusst an den Start gehen“. Auch die Einrichtung einer Kindergartengruppe sei später möglich, damit die Kinder nicht vom Übergang von der Krippe zum Kindergarten die Einrichtung wechseln müssen, sagte Wieborg. Darauf hatten einige der anwesenden Eltern hingewiesen. Dennoch, betonten Felix Klugmann und Sandra Obermeyer, müsse die Gemeinde langfristig auch über bauliche Maßnahmen am St.-Agnes-Kindergarten nachdenken.

Schlussendlich empfahl der Ausschuss, für ein Jahr eine Krippengruppe in den Kindergarten am Birkenweg auszulagern und diese Gruppe vom Caritas-Verein betreiben zu lassen.

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