zurück zur Übersicht | Datum 15.07.2016 | Kategorie: Rund um den Ort

Minister-Lob dient Lastrupern als Ansporn

Info-Tour: In Neuenkirchen-Vörden erhielten die Gäste aus Lastrup seinerzeit Anregungen der Dorfgestaltung.
Aktiv mitmachen: Diese Möglichkeit bietet die Gemeinde Lastrup ihren Bürgern bei den Maßnahmen zur Dorferneuerung. Fotos: Landwehr

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 15.07.2016

Lastrup (la). Zum Erfolg der Gemeinde Lastrup im Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis (MT berichtete) gratulierte nun auch der Niedersächsische Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Christian Meyer. In einem Schreiben an Bürgermeister Michael Kramer hob er dabei besonders die von der internationalen Jury gewürdigte Bürgerbeteiligung hervor. Damit bestätige die Jury, dass der Ansatz des breiten, partizipatorischen Prozesses genau richtig sei. Kramer selbst sieht den europäischen Preis und das Minister-Lob als Ansporn, weiterhin mit der Bevölkerung im Dialog zu bleiben.

In der Begründung hatten die Juroren, wie berichtet, die Las­truper für „das herausragende Bürgerbeteiligungsmodell mit den Schwerpunkten Motivation und Inklusion“ besonders gewürdigt. „Viele Projekte wurden in einem breiten Prozess mit den Bürgern geplant und in ersten Schritten bereits umgesetzt“, so das Urteil.

„Das Denken in Symbiosen, wie es insbesondere beim Kunst- und Kulturpark neben dem St.-Elisabeth-Stift mit seinen Mehrfachnutzungen ersichtlich wird, sowie die Schwerpunktsetzung auf ein gesellschaftliches Miteinander aller Generationen, Nationalitäten und Minderheiten durch eine eigene Inklusionsbeauftragte und ein Jugendparlament stechen dabei ganz besonders hervor“, heißt es in der Begründung weiter.

In der Tat: In allen Sitzungen der Dorferneuerungs-Arbeitskreise waren die Bürger nicht nur eingeladen, sondern wurden immer wieder auch zur Mitarbeit ermuntert. „Wir haben von Anfang an auf allen Ebenen und bei allen Entscheidungen die Ideen der Bürger und der Integrationsbeauftragten Martina Kowalski in den Entscheidungsprozess einfließen lassen“, betonte Bürgermeister Michael Kramer.

In Bürgerabenden sei versucht worden, mögliche Entwicklungen im Gespräch mit den Bürgern zu erläutern und zu diskutieren. Der Maßnahmenkatalog zur Dorfentwicklung mit einer Vielzahl der möglichen Projekte sei das Resultat der Arbeitsgruppensitzungen und der dort und in der Bevölkerung geführten Diskussionen, machte der Bürgermeister deutlich.

„Von dem Satz in der Einleitung zum Dorfentwicklungsplan, wo es heißt: ,In einem ergebnisoffenen und restriktionsfreien Prozess, ohne starre Inhalts- und Ergebnisvorgaben, haben die Bürger ihren eigenen Weg in die Zukunft und für die Dorfgemeinschaft vorgezeichnet’ bin ich voll überzeugt“, sagt Kramer. Er räumt aber zugleich ein, dass es bei der Umsetzung „der vielen tollen Ideen“ sicherlich Schwierigkeiten geben könne – zum Beispiel, wenn die Zuschüsse nicht oder erst verspätet zugeteilt würden oder wenn der Rat Veränderungen an den von den Arbeitskreisen vorgezeichneten Lösungen vornehme. 

Die ersten Enttäuschungen gab es denn auch bei der Gestaltung des Brinks mit dem Standort des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses. „Wir haben aus der Bevölkerung für unsere Pläne zur Gestaltung des Brinks sowohl Zustimmung als auch Kritik erfahren. Deshalb haben sich die Fraktionen und der Bau- und Planungsausschuss in mehreren Sitzungen intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt und versucht, einen für alle tragfähigen Kompromiss zu erarbeiten“, erläutert Bürgermeister Michael Kramer. Auch eine umfassende Bürgerbeteiligung und Information habe dazu stattgefunden. Mitglieder des Arbeitskreises waren in allen Gremien beteiligt und wurden gehört. 

„Im Ergebnis ist jetzt vorgesehen, eine mischgebietstypische Nutzung von maximal zwei Grundstücken auf der derzeit durch das ehemalige Feuerwehrhaus überbauten Fläche entstehen zu lassen“, versuchte CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Westendorf in der jüngsten Ratssitzung den Spagat zwischen interessierter und oft betroffener Öffentlichkeit und Pragmatismus zu begründen. „Bei allem Engagement der Bürger muss am Ende aber der Rat eine Entscheidung zum Wohl der gesamten Gemeinde fällen. Ich hoffe, dass die Mehrheit der Bürger die Ratsentscheidungen dann mittragen kann“, wünschte sich Kramer.

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