zurück zur Übersicht | Datum 22.07.2016 | Kategorie: Rund um den Ort

Kleine Erweiterung sorgt für viele Einwände

Kleines Gebiet, große Wirkung: Gegen die Erweiterung des Gewerbegebietes Hohes Feld um diese 1,7 Hektar große Fläche liegen der Gemeinde Lastrup 13 Einwendungen von Anliegern vor. Der Bau- und Planungsausschuss empfahl dennoch, die Planungen voranzutreiben. Im oberen Bereich begrenzt eine Wallhecke das neue Gebiet. Die gestrichelte Linie kurz dahinter kennzeichnet den Bereich, in dem nur Lagerhallen und Lagerplätze ohne ständige Arbeitsplätze zulässig sind. Grafik: Gemeinde Lastrup

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 22.07.2016

von Matthias Ellmann

Lastrup. Einstimmig hat der Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Lastrup in seiner jüngsten Sitzung die Erweiterung des bestehenden Gewerbegebiets Hohes Feld an der B 213 in Timmerlage empfohlen. Vor allem viele Anwohner hatten sich gegen diese zusätzliche Gewerbefläche mit insgesamt 13 Eingaben gewehrt.

Zwar stünden in dem bisherigen Gebiet noch zirka drei Hektar zur Verfügung, doch gebe es dafür schon einige ernsthafte Interessenten. Die Gespräche, so Bürgermeister Michael Kramer, gestalteten sich allerdings langwierig. „Die Unternehmen fragen natürlich auch die Konditionen in anderen Kommunen nach, bevor sie eine Entscheidung treffen.“ Die Gemeinde müsse bei den Gewerbeflächen Vorsorge treffen. Man könne hier Flächen zu vertretbaren Bedingungen erwerben, erklärte CDU-Ratsmitglied Aloys Landwehr.

Die Anwohner - gegen das bisherige, wesentlich größere Gewerbegebiet gab es weniger Einwände – befürchten durch die Erweiterung um 1,7 Hektar vor allem ein höheres Verkehrsaufkommen auf ihren Dorfstraßen, die Reduzierung der ohnehin schon knappen landwirtschaftlichen Flächen und die Verhinderung weiterer landwirtschaftlicher Entwicklung in diesem Bereich. „Die Landwirte werden durch das Gewerbegebiet in ihrer Existenz bedroht, die Wohn- und Lebensqualität in Timmerlage wird herabgesetzt, durch Lärm und Abgasbelastungen und erhöhtes Verkehrsaufkommen, durch den Ausbau des Gewerbegebietes werden weitere Flächen verbaut und die Landwirte in ihrer Entwicklung stark gefährdet“, heißt es unter anderem in einem der Schreiben. „Der Konkurrenzdruck bezüglich landwirtschaftlicher Flächen wird durch eine Ausweitung des bestehenden Gewerbegebietes erhöht, zumal in Timmerlage durch den Bau der Tankstellenanlage und den möglichen Ausbau der B 213 weitere Flächen versiegelt werden“, moniert ein weitere Anlieger.

Bürgermeister Kramer, der die 13 privaten, sich in vielen Punkten stark ähnelnden Stellungnahmen detailliert vortrug, vermochte diese Befürchtungen allerdings nicht zu teilen. Landwirtschaftliche Flächen stünden im Gemeindegebiet ausreichend zur Verfügung, sagte Kramer, und bei den Immissionsberechnungen sei eine mögliche Erweiterung einer nahegelegenen Putenmastanlage bereits berücksichtigt.

Ein höheres Verkehrsaufkommen sei ebenfalls nicht zu erwarten, da wohl kaum ein Lkw-Fahrer, so Kramer, über die engen Dorfstraßen zur B 213 fahren würde, so den direkten Weg über die Auf- und Abfahrt zur Bundesstraße einschlagen würde. Daher sehe er auch keine größere Gefährdung von Radfahrern oder Fußgängern. Ein von den Anwohnern ebenfalls angeregter Ausbau dieser Wege sei also nicht erforderlich. Eine nochmalige Erweiterung des Gewerbegebietes sei wegen der Immissionen aus den umliegenden Tierhaltungsanlagen nicht möglich. Ohnehin seien in einem Teilbereich des neuen Gebietes schon jetzt nur Lagerhallen und Lagerplätze ohne ständige Arbeitsplätze zulässig.

Mögliche höhere Lärmimmissionen wollte Aloys Landwehr nicht gelten lassen: „Wer in einer großen Siedlung lebt, hat durch Rasenmäher und Laubsauger größere Belastungen.“ Einem Antrag des Ratsherrn Fabian Wesselmann („Das scheint mir doch ein sehr umstrittenes Thema zu sein“), die zu dieser Sitzung zahlreich erschienen Anwohner zu diesem Tagesordnungspunkt zu hören, lehnte der Ausschuss mit vier gegen drei Stimmen ab.

Auf einem anderen Gebiet hingegen scheinen sich die Timmerlager Interessen möglicherweise durchzusetzen. Bisher war auch bei einem möglichen Ausbau der Bundesstraße 213 kein Lärmschutz für die direkt an der Trasse liegende Ortschaft vorgesehen. Jetzt deutete Bürgermeister Kramer auf Anfrage von Fabian Wesselmann an, dass sich doch eine Lösung abzeichnen könnte. „Die Grundstückseigentümer müssen mitspielen“, sagte Bürgermeister Michael Kramer. Es habe bereits Gespräche gegeben. „Wir suchen nach einer kommunalen Lösung“, bekräftigte Kramer auch das gemeindliche Interesse an einem Lärmschutz für Timmerlage, der dann, so der Bürgermeister, von der Hofstelle Blömer bis zum Parkplatz an der B 213 reichen würde. „Wenn wir das auch ohne Ausbau machen möchten, muss das aber in den Gremien beraten werden.“

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