zurück zur Übersicht | Datum 10.08.2016 | Kategorie: Rund um den Ort

Lastrup international sucht neues Zuhause

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 10.08.2016

Lastrup (la/mel). Der geplante Abriss des Feuerwehrgerätehauses auf dem Brink schlägt der Initiative „Lastrup international“ ein klein wenig auf den Magen. „Dieses Gebäude ist für unsere Arbeit geradezu ideal - vom Raumangebot bis zur Lage“, erzählt Hubert Witten, der hier mit weiteren rund zehn Helfern jeden Mittwoch Sachspenden für die Flüchtlinge der Gemeinde sortiert und an die Flüchtlinge ausgibt.

Nun aber soll das Gebäude verschwinden. Sarah Dhem, eine der Initiatoren von „Lastrup international“, ist allerdings zuversichtlich, dass die Gruppe ein neues Zuhause findet. „Ja, es stimmt schon, wie lieben unser Feuerwehrhaus. Aber es war von Anfang an klar, dass wir da nicht auf Dauer bleiben können“. Die Gruppe habe stets alle Unterstützung von Seiten der Gemeinde Lastrup erhalten, und gemeinsam mit Bürgermeister Michael Kramer sei man bereits auf der Suche nach einer neuen Bleibe. So habe der Bürgermeister für heute Nachmittag seinen Besuch in der Nähstube angekündigt. „Es wird für uns eine andere Lösung geben“, ist sich Sarah Dhem sicher.

Seit rund einem Jahr betreibt „Lastrup international“ im Feuerwehrgerätehaus der Gemeinde eine Sammelstelle für Sachspenden und eine Nähstube. „Wir ändern hier Sachen für die Flüchtlinge, stellen Präsente her, die wir auf Weihnachts- oder Flohmärkten verkaufen oder basteln Sorgenpuppen für den Heilpädagogischen Kindergarten. Gegen ein entsprechendes Entgelt schneidern die Helfer zurzeit gerade für den Musikverein Schnelten und den Schützenverein Lastrup Gürteltaschen“, wie Dorothea Triphaus berichtet. Die Nähmaschinen kommen fast alle aus dem eigenen privaten Bestand. „Allerdings konnten wir durch den Erlös unserer Produkte bereits zwei Maschinen kaufen“, freut sich Christine Wienken, die auch regelmäßig zu den „guten Geistern“ der Gruppe gehört.

Im langen Flur des Gerätehauses, in dem die Feuerwehrleute ihre Spinde hatten, ist nun das sortierte Materiallager untergebracht. „Wir haben die Bekleidung nach Größen und für Männer, Frauen und Kinder getrennt in den Regalen sortiert. Zusätzlich haben wir eine eigene Abteilung für Babykleidung."

„Jeden Mittwoch kommen etwa 30 Flüchtlinge, die sich hier etwas aussuchen können“, erläutert Gerd Stinnesbeck, der sich darüber freut, dass die Initiative gerade ein großes Regal eines Schuhgeschäftes zur Verfügung gestellt bekommen hat. „Hier können wir nun die Schuhe übersichtlich präsentieren“, ergänzt sie und freut sich, dass dabei auch Flüchtlinge helfen. „Eine ganz große Hilfe ist Amar“. Der elfjährige Schüler aus Syrien, der jetzt in die Klasse 5 gekommen ist, sei immer da. „Außerdem spricht er prima Deutsch und hilft uns als Dolmetscher“, lobt Stinnesbeck.

Vor dem ersten Rolltor der ehemaligen Fahrzeughalle ist die Warenannahme. „Wir erhalten immer noch Spenden, aber es wird weniger. Allerdings sind die Sachen jetzt in einem besseren Zustand. Im Augenblick fehlen uns vor allem die kleinen Größen L oder M für Herren. Da können wir T-Shirts, Pullover, Jacken - eigentlich alles gebrauchen“, so Christine Wienken. „Zudem fehlen uns Fahrräder und für eine Familie, die weit außerhalb wohnt, ein Tandem-Fahrradanhänger.“ Jeden Mittwochnachmittag sind die Helfer im Feuerwehrgerätehaus und nehmen Waren entgegen. Außerdem tauschen sie Waren mit der Caritas in Cloppenburg und der Sammelstelle in Lindern. „Mal benötigen wir Sachen, die anderswo reichlich sind, mal geben wir etwas ab“, erläutert Wienken.

In der großen Halle finden sich Tische mit Geschirr, das von Flüchtlingen gern genommen wird. Aber auch viele Möbel sind hier untergebracht. „Bei der Neueinrichtung von Wohnungen arbeiten wir eng mit der Gemeinde zusammen. Außerdem versuchen wir, die Goldsucher von den Bedürftigen zu trennen. Dazu besuchen wir auch schon mal die Flüchtlinge“, zeigt sich Gerd Stinnesbeck konsequent.

Bis zum Frühjahr, sagt Bürgermeister Kramer, könne die Gruppe das alte Feuerwehrhaus noch nutzen. „Und bis dahin haben wir eine Lösung gefunden, da bin ich mir sicher“.

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