zurück zur Übersicht | Datum 26.10.2016 | Kategorie: Rund um den Ort

Mitarbeiter suchen attraktive Unternehmen

Südoldenburger Spezialitäten: Bürgermeister Michael Kramer (links) bedankte sich auf dem Lastruper Unternehmerfrühstück bei Verbandsdirektor Johannes Freundlieb mit einem Präsentkorb für dessen Vortrag. Foto: Matthias Ellmann

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 26.10.2016

Von Matthias Ellmann

Lastrup. In der Gemeinde Lastrup läuft es wirtschaftlich richtig rund. Statt der veranschlagten Gewerbesteuer in Höhe von 3,9 Millionen Euro werden in diesem Jahr rund 4,85 Millionen Euro in die Gemeindekasse fließen. Die Zahl der gewerbesteuerpflichtigen Betriebe wuchs von 154 im Jahr 2012 auf jetzt 189, und die Zahl der versicherungspflichtigen Arbeitsplätze beträgt 2324. Damit liege die Gemeinde, gemessen an der Einwohnerzahl, im Landkreisdurchschnitt im oberen Drittel, erklärte Bürgermeister Michael Kramer vor über 80 Teilnehmern des dritten Unternehmertreffens im Landhaus Lastrup. „Alle Unternehmen tragen dazu bei, dass sich die Gemeinde entwickeln kann und handlungsfähig bleibt. Von jedem Arbeitsplatz profitiert auch die Gemeinde“, betonte Kramer.

Unter anderem mit der Ausweisung von Gewerbegebieten trage die Kommune zu diesem Wachstum bei, auch wenn es nicht immer ganz einfach sei, Flächen zu bekommen. „In Hemmelte können wir jetzt endlich, endlich starten“, verwies Kramer darauf, dass oft auch lange Genehmigungsprozesse „die Entwicklung ausbremsen“.

Die Planungen für das Tankstellenprojekt an der B 213, so hofft der Bürgermeister, sollen im März 2017 abgeschlossen sein. Dann beginnen die Erschließungsarbeiten für das Sechs-Millionen-Euro-Projekt. Hier plant ein Investor eine Tank- und Rastanlage beidseits der Bundesstraße. 70 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Überaus positiv verlaufe auch die ehrenamtliche Betreuung von Asylbewerbern. Das sei ein Verdienst der verschiedenen Vereine und Initiativen, aber auch der Betriebe. Derzeit beherbergt die Gemeinde 123 Flüchtlinge in Hemmelte (44), Lastrup (31), Suhle (4), Schnelten (21), Hamstrup (7) und Timmerlage (16).

Für eine weitere positive Entwicklung müssen auch die Rahmenbedingungen in den Betrieben stimmen. Darauf verwies der Verbandsdirektor im Genossenschaftsverband Weser-Ems, Johannes Freundlieb. Die Arbeitswelt verändere sich. „Kaum jemand wird in dem Beruf in Rente gehen, den er einmal erlernt hat“, sagte der Visbeker. Viele junge Leute seien Arbeitsnomaden, würden öfter in ihrem Leben Arbeitsstelle und Arbeitsort wechseln.

„Sie stellen andere Prioritäten an den Arbeitsplatz als die älteren Mitarbeiter“. Die Babyboomer der 70er Jahre würden die Arbeitsplatz-Sicherheit bevorzugen, bei den Jahrgängen ab 1985 sei das nicht mehr so ausgeprägt. Daher stehe mittlerweile nicht nur die Mitarbeitergewinnung, sondern ebenso die Mitarbeiterbindung im Fokus der Unternehmen. Die Betriebe müssten Anreize schaffen, um Mitarbeiter zu halten. Denkbar seien hier verschiedene Arbeits- und Beschäftigungsmodelle, die eine Lebensphasenorientierung (Stichwort: Älter werden im Betrieb) berücksichtigen. Auch eine betriebliche Kinderbetreuung oder die Übernahme der Mietkaution bei Lehrlingen könnten dazu beitragen, als attraktiver Arbeitgeber zu gelten. Immerhin, so Freundlieb, würden in Deutschland bis zum Jahr 2030 6,5 Millionen Arbeitskräfte, insbesondere Facharbeiter, fehlen.

Damit es in Lastrup nicht soweit kommt, hat die Gemeinde jetzt die „Lastruper Ausbildungsoffensive“ gestartet. Hier sollen sich unter anderem alle Lastruper Betriebe in einer Broschüre präsentieren, die bereits an Schüler der fünften Klassen verteilt wird und die die Berufsinfotage flankieren soll. In Gesprächen zwischen Lehrern, Schülern und Eltern könne so frühzeitig bereits ein Praktikumsplatz angesteuert werden, erläuterte Michael Kramer.

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