zurück zur Übersicht | Datum 12.12.2016 | Kategorie: Rund um den Ort

5,1 Millionen Euro sind „gut angelegtes Geld“

Gut angelegtes Geld: Die Gemeinde Lastrup investiert weiterhin in neue Baugebiete, wie hier an der Linderner Straße oder im kommenden Jahr in Hemmelte. Die Ratsmitglieder begrüßten dieses Vorgehen einstimmig. Foto: Matthias Ellmann

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 12.12.2016

Von Matthias Ellmann

Lastrup. Die Gemeinde Lastrup kann nach dem derzeitigen Stand den Haushalt nicht ausgleichen. In der Kasse fehlen, wenn alle Planspiele aufgehen, etwa 166000 Euro in der Kasse, erklärte Kämmerer Josef Pahls auf der letzten Ratssitzung des Jahres während der Haushaltsberatungen.

Das Defizit liege aber nicht in einer schlechten Finanzsituation der Gemeinde selbst begründet, sondern vielmehr im Gegenteil: Die gute Einnahmesituation der Vorjahre führe in diesem Haushaltsjahr zu höheren Abgaben in die Kreisumlage und die Finanzausgleichsabgabe. 4,1 Millionen Euro macht das alles in allem.

„Wir sind neben Emstek und Essen die einzige Gemeinde im Kreis, die in die Kreisumlage einzahlt. Alle anderen bekommen etwas aus dem Topf. Wir werden für unsere hohen Einnahmen abgestraft“, meinte Pahls. Dennoch: Das Defizit sei zwar kein Anlass zur Freunde, aber auch nicht zu ganz großer Sorge, auch wenn die Signale aus der Wirtschaft nicht nur positiv seien. „Die große Welt geht auch am kleinen Lastrup nicht vorbei“, verwies Pahls auf die Auswirkungen der globalen Wirtschaft auch auf die hiesigen Betriebe. Immerhin sind im Haushalt 2017 4,1 Millionen Euro an Gewerbesteuer eingeplant; der weitaus größte und damit wichtigste Einnahmequelle. Weiter fließen unter anderem der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer (2,13 Millionen Euro) und der Umsatzsteuer (360000 Euro) sowie die Grundsteuer B mit 910000 Euro in die Gemeindekasse.

Bürgermeister Michael Kramer verwies darauf, dass der Gemeinderat bei den ursprünglichen Planungen den Rotstift habe ansetzen müssen. Dadurch habe sich das Defizit reduziert. „Obwohl bei der Kreisumlage eine Senkung um zwei Prozent in Aussicht gestellt ist, liegt unser Beitrag auf Rekordniveau“, klagte auch Kramer über die hohen Einzahlunsgverpflichtungen.

Auf Rekordniveau liegen aber im kommenden Jahr auch die Investitionen der Gemeinde. Satte 5,1 Millionen Euro stehen bereit, so viel wie nie zuvor. „Das hatten wir zu DM-Zeiten als Gesamthaushalt“, machte Pahls das große Volumen im investiven Bereich deutlich, das eine Kreditermächtigung von 1,57 Millionen Euro erforderlich macht. Die größten Ausgabeposten sind unter anderem der Erwerb von Grundstücken und das Tankstellenprojekt an der B 213. Dort sollen ab dem nächsten Jahr im Bereich Timmerlage zwischen Dorgdamm und Haßkamp beiderseits der Bundesstraße zwei große Tank- und Rasthöfe entstehen.

Nach letzten Abstimmungsgesprächen sei nun ein Baubeginn für den Spätsommer 2017 ins Auge gefasst worden, sagte Bürgermeister Kramer. Die Gemeinde beteilige sich unter anderem an den Kosten für die Verlegung einer Ölleitung. Die Tankstellen könnten, wenn alles gut läuft, bereits Ende 2017 in Betrieb gehen. Das Investitionsvolumen beträgt insgesamt sechs Millionen Euro, entstehen sollen etwa 140 Vollzeit- und Teilzeitarbeitsplätze. Die Tankstellen werden ganzjährig rund um die Uhr geöffnet sein. „Zwischen Schneiderkrug und Eltern gibt es sonst keine Möglichkeit, direkt an der B 213 zu tanken“, betonte Kramer. Beim Bau der Anlagen sollen hauptsächlich ortsansässige Handwerker zum Zuge kommen, erklärte der Bürgermeister

Für den Grundstückserwerb stehen 500000 Euro zur Verfügung, für den Radweg von Kneheim nach Hemmelte 560000 Euro und für den Radweg an der Darreler Straße in Hemmelte 190000 Euro. Gut angelegtes Geld, meinten die Fraktionssprecher der CDU, Thomas Westendorf, und Jürgen Ostendorf für die SPD (siehe auch Extrabericht unten). Die Gemeinderatsmitglieder sahen das ebenso und votierten einstimmig für den vorgelegten Haushaltplan.

Stimmen:

Jürgen Ostendorf, SPD: Die Kreisumlage schlägt mit 3,1 Millionen Euro natürlich mächtig zu Buche. Auf der Klausurtagung hat sich der gesamte Gemeinderat entschlossen, mehrere investive Ansätze zu kürzen oder zu streichen. Wir sind nach unserer Meinung dabei aber äußerst maßvoll vorgegangen. Tankstellenprojekt, Dorferneuerung und das Neubaugebiet in Hemmelte sind nur einige der doch kostenaufwändigen Projekte. Allerdings sind das alles Maßnahmen, die unsere Gemeinde für die Zukunft stärken und den Menschen in der Gemeinde Lebensqualität gewährleisten“.

Thomas Westendorf, CDU: Der Haushaltsplan 2017 einhält eine Rekordinvestitionssumme von gut 5,1 Millionen Euro. Viele dieser Maßnahmen sind bereits in diesem Jahr entschieden worden und sollen in 2017 realisiert werden. Die größte Einzelmaßnahme mit 750000 Euro ist das Tankstellenprojekt und die Erschließung des Gewerbegebietes in Hemmelte. Diese Investitionen sind wichtig, damit die Gemeinde weiterhin über ausreichend Gewerbegrundstücke verfügt, um die heimische Wirtschaft zu stärken.

Um weiterhin Bauland für junge Familien bereitstellen zu können, möchte die Gemeinde weiter in den Erwerb von Grundstücken einsteigen. Bei der Investition in den gewerblichen Bereich werden in den nächsten Jahren sicherlich Rückflüsse zu erwarten sein, so dass man hier von rentierlichen Schulden sprechen kann.

Die Entscheidung, die anstehenden Investitionen durch Kredite zu finanzieren, ist der CDU-Fraktion nicht einfach gefallen. Aber um Lastrup auch weiterhin als eine attraktive und familienfreundliche Gemeinde mit wirtschaftlichen guten Entwicklungsmöglichkeiten zu präsentieren, sind diese Investitionen in die Zukunft richtig, wichtig und auch notwendig“.

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