zurück zur Übersicht | Datum 10.01.2017 | Kategorie: Rund um den Ort

Lastruper Neubaugebiete tragen Früchte

Es geht los: Spätestens im Juni startet der Umbau des Meiners-Hauses im Rahmen der Dorferneuerung.
Die ersten Bäume sind gefällt: An der B 213 beginnen die Arbeiten am Tankstellenprojekt. Fotos: Landwehr

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 10.01.2017

Lastrup (la). Als ein positives Jahr bezeichnet Lastrups Bürgermeister Michael Kramer das gerade zu Ende gegangene Jahr 2016 in einem Gespräch mit der MT. Die Gewerbesteuer sei auf einem hohen Level geblieben und man sei ohne neue Schuldenaufnahme ausgekommen. In seinem Ausblick auf das Jahr 2017 rechnet er aber mit einer finanziellen Herausforderung, seien doch Investitionen in Höhe von 5,1 Millionen Euro geplant.

Der Anstieg der Geburtenzahlen auf 74 zeige, so der Bürgermeister, dass die Ausweisung neuer Baugebiete im Wortsinn „Früchte trage“. Im Kindergartenbereich fehle allerdings aktuell durch die steigenden Geburtenzahlen eine Regelgruppe, die die Gemeinde im Heilpädagogischen Kindergarten Birkenweg als Integrationsgruppe einrichten möchte. Die Zahl der vorhandenen Krippenplätze reiche dagegen aus.

Als besonders positiv wertet er die Aufnahme der Kommune in die Städtebauförderung, so dass bei den Maßnahmen zur Ortskernentwicklung höhere Zuschüsse in Anspruch genommen werden könnten. Auch die Pläne für die Umgestaltung des Meiners-Hauses konnten abgeschlossen werden, so dass im Mai/Juni mit dem ersten Bauabschnitt begonnen werde. Wichtig für die Kommune sei auch der Breitbandausbau gewesen. Hier lobte Kramer EWE und Telekom, die ohne Unterstützung der Gemeinde 480 Grundstücke mit der Glasfasertechnik auf das schnelle Internet umgerüstet hätten. In diesem Jahr sollen laut Kramer „bisher unterversorgte Gewerbegebiete mit schnellem Internet versehen werden.“ Entspannt habe sich die Flüchtlingssituation. Aktuell leben in der Gemeinde 80 Flüchtlinge. Hinzu kommen 27 unbegleitete Jugendliche, die in der Sportschule und im Niels-Stensen-Hof in Timmerlage betreut würden. „Wir überprüfen gerade, ob wir noch alle angemieteten Wohnungen für Flüchtlinge vorhalten müssen“, sagt der Bürgermeister.

Aber neben allem Positiven sah Michael Kramer einen gewissen gesellschaftlichen Wandel. Vieles, was die Kommune mache, werde ausgesprochen kritisch gesehen, wobei die Ratsmitglieder und auch er mit Kritik durchaus umgehen könnten und Verbesserungsvorschlägen gegenüber offen seien. „Bei Veranstaltungen für die Bürger zum Beispiel zur Dorferneuerung oder zum Energiekonzept ist das Interesse und die Beteiligung der Bürger sehr gering. Aber Themen, Projekte und Ideen des Rates und der Verwaltung werden oft unsachlich kritisiert oder es wird nur gemeckert“, ärgert sich Kramer. Bei der Gewerbeansiedlung soll das Gelände für das Tankstellenprojekt an der B213 in diesem Jahr erschlossen werden. Die ersten Abholzungsarbeiten haben bereits stattgefunden. Das Projekt wird am 29. März dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies vorgestellt. Das Gewerbegebiet Neubauer in Hemmelte, das ehemalige Gelände des Schlachthofes, wird in diesem Jahr erschlossen. Hier liegen laut Kramer bereits Anfragen von Gewerbetreibenden vor.

Erfreut zeigte sich Kramer über die Genehmigung für den Bau des seit vielen Jahren geplanten Radweges von Kneheim nach Hemmelte. Für das erste Teilstück von der Ortsmitte bis kurz vor der Ortsgrenze Hemmelte hatten die Kneheimer vor knapp 20 Jahren durch eine Sammlung von damals 40000 D-Mark fast allein gesorgt. „Im April soll Baubeginn sein, so dass im August oder September die ersten Radler gefahrlos von Hemmelte nach Kneheim und umgekehrt fahren können.“ Der Bürgermeister zeigte sich allerdings verärgert darüber, dass auf diesem zwei Meter breiten Streifen archäologische Untersuchungen nötig seien, die die Kosten steigen ließen. „Das kann ich nicht verstehen“, meint Kramer. Außerdem habe der Kampfmittelbeseitigungsdienst seine Begleitung eingefordert, da an dieser Straße eventuelle Kampfmittel im Boden versteckt sein könnten. Derlei Untersuchungen sind beim Bau des Radwegs an der Darreler Straße in Hemmelte nicht erforderlich. Hier sollen die Arbeiten in den nächsten Tagen beginnen.

Bei den Baugebieten in der Gemeinde gebe es eine „sensationelle Nachfrage“. Im Baugebiet Linderner Straße II gebe es keine freien Plätze mehr. In Lastrup hofft Kramer, in den nächsten Wochen in die Planung für neue Flächen einsteigen zu können. „Wir haben den Grunderwerb teilweise getätigt, so dass die Planungen beginnen können. Denn auch in Kneheim ist das Baugebiet praktisch voll. In Hemmelte können im Sommer wieder Bauplätze erworben werden.“ Einige Wünsche hatte der Lastruper Bürgermeister aber doch noch, auch wenn die Situation der Kommune durchaus komfortabel sei. So wünschte er sich eine bessere Integration der Flüchtlinge. Hier hätten die Vereine durchaus noch Luft nach oben. Auch müsste das Interesse an der kommunalen Arbeit wachsen. „Die Mandatsträger und die Mitglieder verschiedener Gremien von der Dorferneuerung bis zur Mitwirkung in den Parteien arbeiten ehrenamtlich mit viel Engagement und mit großem Zeitaufwand“, so Michael Kramer.

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