zurück zur Übersicht | Datum 01.04.2017 | Kategorie: Rund um den Ort

Spielhallen: Rat will viel Abstand

Ende besiegelt: Die in diesem völlig runtergekommenen Gebäude an der Vlämischen Straße 11 in Lastrup untergebrachte Spielothek muss wegen der neuen Abstandsregelungen zwischen Etablissements dieser Art schließen. Der Besitzer plant auf dem rund 3300 Quadratmeter großen Gelände einen Getränkemarkt, ein Kiosk mit Cafe, eine Pizzeria und Wohnungen. Foto: Willi Siemer

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 01.04.2017

von Willi Siemer

Lastrup. Einstimmig hat sich der Lastruper Rat auf seiner Sitzung am Donnerstagabend dafür ausgesprochen, den nach dem geänderten Glücksspielgesetz größtmöglichen Abstand zwischen Spielhallen in Lastrup vorzuschreiben. „Wir wollen den als Vorbeugemaßnahme gegen Spielsucht größten Abstand vollständig ausschöpfen und haben daher die Distanz von mindestens 500 Metern Luftlinie festgelegt“, betonte Bürgermeister Michael Kramer.

Damit verzichte die Kommune wohl auf Einnahmen aus der Vergnügungsteuer, so Kramer, da durch den Radius von 500 Metern Luftlinie im Ort selbst keine Spielhalle mehr zulässig sei. „Der Schutz der Menschen ist uns aber wichtiger“.

Mit den Mindestabständen wolle der Gesetzgeber erreichen, dass Spielhallen nicht Tür an Tür die Spielwilligen locke, wie es in Lastrup an der Vlämischen Straße 9 und 11 der Fall sei. Die Distanz von 500 Metern soll der spielenden Person nach Verlassen der einen Halle die Möglichkeit eröffnen, einen inneren Abstand vom gerade beendeten Spiel zu finden und so die Chance geben, ihr Verhalten zu reflektieren.

Wegen dieser neuen Gesetzeslage muss eine der beiden Spielhallen schließen. Dies wird nach Kramers Angaben die Halle an der Vlämischen Straße 11 der Firma Atlas Automaten Vertriebs GmbH sein. Die an der Ecke Vlämische und Linderner Straße liegenden Glücksspiel-Räume können weitergeführt werden.Die Kreisverwaltung als verantwortliche Behörde für die Vergabe der Konzession hatte beide Unternehmen angeschrieben, ob sie sich über das Ende für eine der beiden Hallen einigen könnten. Da dies nicht der Fall gewesen sei, habe das Los entschieden und das Ende für die Spielothek an der Vlämischen Straße 11 besiegelt, erläuterte Kramer.

Auf dem 3300 Quadratmeter großen Grundstück plant der Besitzer, ein gebürtiger Lastruper, ein sehr großes Investitionsobjekt. Nach dem Abriss der maroden Bausubstanz sollen dort ein Getränkemarkt, ein Kiosk mit Café, eine Pizzeria und u.a. in zwei Häusern im hinteren Bereich Wohnungen entstehen. Dabei profitiert der Investor von der Städtebauförderung in Lastrup durch einen Zuschuss für den Abriss und bessere steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten.

Einstimmig hat der Rat auf der Grundlage der geltenden Gesetze und Vorschriften beschlossen, die durch das Ende der Amtszeit von Bürgermeister Kramer im September 2018 notwendige Neuwahl gemeinsam mit der Landtagswahl am 14. Januar 2018 anzusetzen. Der 42-jährige Kramer hat bereits angekündigt, dass er sich erneut zur Wahl stellen wird.

Der dann gewählte Bürgermeister bleibt aufgrund einer Übergangsregelung für die Restdauer der laufenden und die Dauer der folgenden Wahlperiode bis zum Oktober 2026 im Amt. Nach dem geltenden Landesgesetz müssen die Wahlperioden von Rat und Bürgermeister so rasch wie möglich synchronisiert werden.

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