zurück zur Übersicht | Datum 04.05.2017 | Kategorie: Rund um den Ort

Flächen werden auch in Lastrup knapp

Umgestaltet: Der Löninger Mühlenbach wurde neu modelliert. Das Gelände erhielt dadurch eine wesentlich höhere Wertigkeit als Ausgleichsfläche. Foto: Sonja Bode

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 04.05.2017

von Matthias Ellmann

Lastrup. Auch in der Gemeinde Lastrup macht man sich Gedanken über die immer knapper werdenden Flächen. „Das Thema ist brisant, vor allem in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta. Flächen sind ein heiß gehandeltes Gut“, sagte Bert Diekmann vom Planungsbüro Diekmann & und Mosebach aus Rastede. Der Landschaftsarchitekt stellte gemeinsam mit der Landschaftsökologin Sonja Bode im Ausschuss für Wirtschaft, Planung, Verkehr und Umwelt des Lastruper Gemeinderats das Projekt „Der Löninger Mühlenbach fließt in die Zukunft“ vor.

Hierbei handelt es sich um eine Umgestaltungsmaßnahme des Mühlenbachs, den die Stadt Löningen als Ausgleichsfläche nutzt. Für alle Industrie-, Gewerbe- und Baugebiete, die Kommunen neu schaffen, müssen sie Ausgleichsflächen ausweisen als Ersatz für die versiegelten Flächenanteile auf den Grundstücken, also dort, wo Gebäude, Asphaltstraßen und Pflasterungen verhindern, dass Wasser in den Boden versickert.

Normalerweise werden diese versiegelten Flächen im Verhältnis eins zu eins kompensiert, wenn sie als Wald oder Brachland der Natur zurückgegeben werden. Durch die Umgestaltung des Mühlenbaches sei dort aber ein wesentlich höherer Wert von eins zu vier zu erzielen. „Momentan haben wir zwar noch Flächen auf Vorrat, aber in Zukunft ist das eine durchaus interessante Alternative“, meinte Bürgermeister Michael Kramer. Gerade erst hatte die Gemeinde Planungen für ein rund 15 Hektar großes Wohngebiet an der Hammeler Straße vorgestellt (MT berichtete). Auch Sonja Bode hielt es für angebracht, die im Löninger Gebiet begonnenen Maßnahmen auf den Mühlenbachbereich in der Gemeinde Lastrup auszudehnen, bevor es, so Bert Diekmann, zu einem „Kompensationsnotstand“ komme. Wirt- schaftlich darstellbar sind die aufwendigen Umgestaltungsmaßnahmen am Mühlenbach durch die immer teurer werdenden Flächen in Südoldenburg. Der Stadt Löningen beispielsweise wäre der Ankauf von Kompensationsflächen erheblich teurer gekommen, als die Renaturierung des Mühlenbachs. Im Bereich Oldendorf sehen die Planer Potenzial, den Mühlenbach zu einer Flusstalaue umzugestalten und ihn so auch in Lastrup in die Zukunft fließen zu lassen.

Fakten:

  • Ausgleichsflächen: Für alle Industrie,-Gewerbe,- und Baugebiete, die die Kommunen neu schaffen, müssen sie Ausgleichsflächen ausweisen als Ersatz für die versiegelten Flächenanteile auf den Grundstücken, also dort, wo Gebäude, Asphaltstraßen und Pflasterungen verhindern, dass Wasser in den Boden versickert.
  • Ausgeglichen werden muss nach klar festgelegten Regeln. Wer für neue Gewerbe- oder Baugebiete Wald abholzt, muss als Ersatz das bis zu Zweifache an Waldfläche der Natur zurückgeben.
  • So müssen z.B. für eine fünf Hektar große Siedlung nach den geltenden Gesetzen etwa 1,5 Hektar Ausgleichsfläche geschaffen werden, in dem z.B. Ackerland aufgeforstet wird oder Grünland Dauerbrache wird.
  • Nach einem jetzt von der Böll-Stiftung vorgelegten Gutachten fressen Städte- und Straßenbau täglich in Deutschland 70 Hektar Fläche.

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