zurück zur Übersicht | Datum 26.08.2017 | Kategorie: Rund um den Ort

Kramer: „Das Warten hat sich gelohnt“

Bald geht´s los: Bürgermeister Kramer hofft, dass die Sanierungs- und Umbauarbeiten an dem denkmalgeschützten Meiners-Haus im November starten. Foto: Matthias Ellmann

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 26.08.2017

von Matthias Ellmann

Herr Kramer, ursprünglich hatten Sie mit einem Förderbescheid Ende September gerechnet. Wie überrascht waren Sie, als Sie jetzt schon benachrichtigt wurden?

Nachdem ich die Veröffentlichung des Förderprogramms gelesen hatte, war mein erster Gedanke, das geplante Projekt Bürgerhaus passt perfekt in das Anforderungsprofil des neuen Förderprogramms. Die Antragstellung erfolgte dann umgehend und es kam die Mitteilung, dass mit einer Entscheidung Ende September 2017 zu rechnen sei. Dass es jetzt schon so weit ist, perfekt. Die Freude und Überraschung über die schnelle Förderzusage sind riesig. Das gibt uns jetzt im weiteren Ablauf eine sehr gute Planungssicherheit.

Der Baubeginn am geplanten Bürgerhaus hat sich immer wieder verzögert. Was sind die Gründe, und wann geht es denn tatsächlich los?

Die zeitlichen Verzögerungen hatten den konkreten Grund, das Maximale an Fördermitteln zu generieren. Zuerst sind wir mit dem Projekt in der Dorferneuerung gestartet. Ursprünglich waren dafür 43 Prozent, später 53 Prozent vorgesehen. Ein entsprechender Bewilligungsbescheid hierzu wurde Anfang 2016 erteilt. Man hätte auch da direkt mit der Umsetzung beginnen können, aber es hat sich Anfang 2016 die Chance ergeben, in die Städtebauförderung aufgenommen zu werden. Im August 2016 wurde dann der Aufnahmebescheid hierzu überreicht. Dies bedeutete eine Förderung von 67 Prozent, also eine Verbesserung zur Dorferneuerung. Zeitlich war dann aufgrund weiterer Abstimmungen in Bezug auf die Städtebauförderung ein Baubeginn 2016 nicht mehr möglich, was sich im Nachhinein als glückliche Fügung erwiesen hat. Der Baubeginn war dann im Frühjahr 2017 vorgesehen. Im Mai 2017 kam die Veröffentlichung eines neuen Förderprogrammes „Städtebau; Städtebauförderung; Städtebauförderungsprogramm, Investitionspakt Soziale Integration“. Hier wurde eine Förderung von 90 Prozent in Aussicht gestellt, worauf dann eine Programmanmeldung für das Bürgerhaus erfolgte. Und als am Mittwoch die Mitteilung einging, dass das Projekt mit 90 Prozent gefördert wird, dachte ich nur, perfekt. Somit hat sich aus finanzieller Sicht das Warten auf jeden Fall gelohnt. Mit dem Umbau soll noch in diesem Jahr, voraussichtlich im November, begonnen werden, aber erst nach Vorliegen des Förderbescheides. Aber ich gehe davon aus, dass jetzt auch der offizielle Förderbescheid nicht lange auf sich warten lässt.

Das Bürgerhaus soll ein „Haus der lebendigen Mitte“ werden. Was konkret bedeutet das?

In der Dorfgemeinschaft bestehen viele Initiativen, Vereine und Gruppen, die über keine festen Räumlichkeiten für Treffen und Veranstaltungen verfügen können und sich zum Teil im privaten Bereich treffen. Dieses sind Hemmschwellen in der Zugänglichkeit und Integration von Neubürgern oder anderen an dem Angebot Interessierten. Außerdem werden die Entwicklungen und Aktivitäten zum Wohle der Gemeinschaft eingeengt oder auch verhindert. Konkret angedacht ist die Einrichtung einer initiierenden, ehrenamtlichen Anlaufstelle zur Begrüßung von Neubürgern und auch einer zentralen Anlaufstelle für Familien und allen Mitbürgern auf „neutralem“ Boden außerhalb des Rathauses.

Welche Gruppen oder Vereine ziehen in das Bürgerhaus ein?

Festgelegt ist bisher, dass das in der Gemeinde gut etablierte Jugendparlament dort Räume nutzen kann. So wird auch das Engagement der Jugendlichen stärker gewürdigt. Auch der Heimatverein soll einen festen Platz im Bürgerhaus erhalten. Der Heimatverein betreibt sehr aktiv Recherchen zu historischen Gegebenheiten, heimattypischen Besonderheiten und Bewahrung von Kulturgut. Das umfangreich zusammengetragene Material lagert zurzeit in verschiedenen privaten Archiven und kann weder chronologisch geordnet genutzt, noch können Informationen oder temporäre Präsentationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im Bürgerhaus sollen dem Heimatverein Räume für die zentrale Aufbewahrung und Archivierung des historischen Materials zur Verfügung gestellt werden. Zudem hat der Heimatverein eine wichtige Funktion, Impulsgeber für die Aktivierung der Dorfgemeinschaft.

Gibt es schon Überlegungen zu Angeboten, die im Bürgerhaus stattfinden sollen?

Ja, so einiges. Unter anderem ist die Einrichtung eines Wochenendcafés, das durch die verschiedenen Vereine, Verbände und Gruppen der Gemeinde betrieben werden soll, in Planung. An Wochenenden gibt es zurzeit kein öffentliches Angebot eines Cafés in Lastrup. Dies soll durch die ehrenamtliche Vereinsarbeit dann geschaffen werden. Dadurch wird das Bürgerhaus zu einem Haus der lebendigen Mitte, da es jeden Tag in unterschiedlichen Formen als Anlaufstelle der Allgemeinheit zur Verfügung stehen soll. Als ein Highlight befindet sich ein alter, gemauerter Brunnen im Gewölbekeller des Hauses. Dieser soll für Veranstaltungen wie „Lesungen am Brunnen“ oder „Vorlesenacht für Kinder“ hergerichtet werden.

Das Projekt wird jetzt mit 90 Prozent gefördert. Wird jetzt in den Planungen noch einmal nachgebessert, weil mehr Geld zur Verfügung steht?

Definitiv nein. Die Umbauplanungen werden so umgesetzt, wie sie schon 2016 besprochen und abgestimmt waren. Der Vorteil ist jetzt nur, dass sich der kommunale Finanzierungsanteil deutlich verringert. Nur weil jetzt mehr Geld aus Fördermitteln fließt, wird nicht nachgebessert. Die Planungen sind sehr gut durchdacht und es wird ein tolles Haus der lebendigen Mitte werden, da bin ich mir sehr sicher.

In einer ersten Reaktion haben Sie gesagt, die jetzt bewilligte Fördersumme würde bei einigen Ratsmitgliedern die mit dem Projekt verbundenen Bauchschmerzen beseitigen. Gab es Widerstände gegen das Vorhaben „Meiners-Haus“?

Es gab bei den Beratungen zum Ankauf des Gebäudes und der angedachten Nutzung seinerzeit durchaus einige kritische Stimmen. Es wird sehr viel Geld hierfür in die Hand genommen, rund 1,3 Millionen Euro. Das wir jetzt 90 Prozent gefördert bekommen, sollte nun auch die letzten Zweifler und Kritiker überzeugen, dieses schöne und für Lastrup prägende Gebäude zu erhalten.

Vorgesehen ist auch eine Stelle für einen Integrationshelfer. Wie sieht dessen Arbeitsplatzbeschreibung aus?

Der oder die Integrationshelfer beziehungsweise -helferin soll sich um die Neubürger in der Gemeinde kümmern und sie beraten. Sie oder er soll dabei helfen, dass sich die Neubürger noch schneller in der Gemeinde einleben und wohlfühlen können und dass sie eine noch schnellere Bindung zur Gesellschaft erfahren. Es soll aufgezeigt werden, was die Gemeinde alles zu bieten hat. So soll die Integration nachhaltig gefördert werden, dass sie auch gelingen kann. Das ist eine der größten und wichtigsten Herausforderungen der Kommunen.

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