zurück zur Übersicht | Datum 09.09.2017 | Kategorie: Rund um den Ort

Gemeinderat streitet lange um zwei Euro

Preis nach Kontroverse festgelegt: Nicht 60 Euro, wie von der Verwaltung wegen der Vorkosten vorgeschlagen, sondern 58 Euro kostet der Quadratmeter im neuen Baugebiet "Nelkenstraße". Foto: la

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 09.09.2017

Lastrup (la). Mit elf zu sechs Stimmen hat sich der Lastruper Rat auf seiner jüngsten Sitzung (MT berichtete) nach „intensiven Diskussionen“ für einen Kaufpreis von 58 Euro pro Quadratmeter für die 18 Bauplätze im neuen Baugebiet „Nelkenstraße“ in Hemmelte entschieden. Damit hat sich Bürgermeister Michael Kramer mit seinen Vorstellungen nicht durchsetzen können.

 Die Preisgestaltung erwies sich im Rat und im vorher tagenden Fachausschuss schwieriger als erwartet, hatte die Verwaltung doch einen für die Gemeinde kostendeckenden Preis von 60 Euro errechnet und vorgeschlagen, während sich die CDU-Fraktion im Vorfeld schon auf 58 Euro festgelegt hatte.

„Wenn wir in Hemmelte Bauplätze bezuschussen, müssen wir das auch in kommenden neuen Baugebieten machen“, war die eindeutige Position, die Ratsherr Peter Koopmann bezog.

Bei einer Nettobaufläche von 13417 Quadratmetern hatte die Verwaltung aufgrund der bisherigen Ausgaben wie u.a. Grunderwerb und Erschließungskosten einen Preis von 59,12 Euro errechnet. Wegen der intensiven Suche nach Bauplätzen in Hemmelte – „Wir wollten eigentlich beide Ortsteile stärker zusammenführen. Das war nicht realisierbar“, so Kramer, seien zudem Vorplanungskosten von knapp 10000 Euro entstanden, die umzulegen seien.

Außerdem, und das sorgte bei Ratsmitgliedern für Unmut, seien in den der Fraktion vorgelegten Berechnungen 15000 Euro als Puffer für Eventualitäten angesetzt worden, die nicht vollständig in den der Fraktion vorgestellten Preis eingeflossen seien.

Dies Geld aber sei, so Kramer, bereits jetzt verbraucht, da der Abriss eines Schuppens mit einer Asbestplattenentsorgung fällig geworden sei und da sich bei den Höhenberechnungen ergeben habe, dass die Grundstücke in der Nähe des Regenrückhaltebeckens bis zu 75 Zentimeter tiefer liegen als die Regenwasserentsorgung, die ein Gefälle haben müsse. „Wir können Kaufwilligen nicht erklären, dass sie erst Sand auffahren müssen, bevor sie auf ihr Grundstück gelangen können“, so Kramer.

„Wir müssen das Bauen im Außenbereich fördern“, argumentierten Stefan Grönheim (Kneheim) und Alexander Schröer (Matrum), „Ob man am Rande der Gemeinde alle Infrastrukturmaßnahmen umlegen muss, glaube ich nicht. Die Leute müssen zwei Autos haben und weiter fahren. Da bin ich für 58 Euro“, forderte der Hemmelter Alfons Brinker.

"Zwei Euro helfen niemanden wirklich“, formulierte es Felix Klugmann, der aber die vorgelegten Berechnungen im Vorfeld und in der Fraktion kritisierte. Er wollte den Antrag noch einmal in der Fraktion beraten lassen und dann festlegen lassen, welche Kriterien anzuwenden seien

„Die Leute wollen bauen, und wir wollen verkaufen“, brachte es Kämmerer Josef Pahls auf den Punkt. Während die Hemmelter Ratsfrau Sarah Hogeback die Kosten für die Vorplanungen ebenfalls nicht umgelegt haben wollte, widersprachen Bürgermeister Kramer und Stephanie Landwehr. „Wollen wir uns in Zukunft die Kosten für Vorplanungen immer ans Bein binden?“, fragte Kramer: „Es gibt doch auch gute Argumente für das Wohnen in Kneheim und Hemmelte. Wer dort wohnen will, ist überzeugt davon, weil er Kindergarten, Sportanlagen und in Hemmelte die Schule vor der Tür hat. Der baut dort nicht wegen zwei Euro mehr oder weniger“.

Die Grundstücke werden zunächst in der demnächst startenden Bewerbungsfrist ausschließlich für die Eigennutzung oder für Familienangehörige an Einwohner der Gemeinde Lastrup sowie an Arbeitnehmer in Lastrup vergeben. Bei Mehrfachbewerbungen für ein Grundstück erfolgt ein öffentliches Losverfahren .

Sollten Plätze nicht vergeben werden, sollen vier für den gewerblichen Wohnungsbau ausgeschrieben werden. Hans-Jürgen Reglitzki (Die Linke) wollte sie dem sozialen Wohnungsbau gewidmet sehen.„Sollten wir nicht alle vergeben, werden wir darüber diskutieren“, war Mehrheitsmeinung.

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