zurück zur Übersicht | Datum 02.11.2017 | Kategorie: Rund um den Ort

„Digitalisierung schreitet immer mehr voran“

Große Resonanz: Bürgermeister Michael Kramer begrüßte über 70 Gäste auf dem vierten Lastruper Unternehmerfrühstück. Foto: Ellmann

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 02.11.2017

von Matthias Ellmann

Lastrup. Die Digitalisierung der Arbeitswelt stand im Mittelpunkt des diesjährigen Lastruper Unternehmerfrühstücks, zu dem Bürgermeister Michael Kramer mehr als 70 Unternehmer aus der Gemeinde im Landhaus Lastrup begrüßte. Welchen Stellenwert die Digitalisierung bereits im Handwerk einnimmt, machte Dr. Michael Hoffschroer von der Kreishandwerkerschaft deutlich, während die Löninger Unternehmerin Almuth Rosemeyer einen digitalen Kalender für die Gemeinde vorstellte.

Zunächst aber informierte Bürgermeister Kramer die Unternehmer über die aktuellen Entwicklungen in der Gemeinde. Und die, so Kramer, seien äußerst positiv. „Das Handwerk brummt“, sagte der Bürgermeister und verwies auf prognostizierte Einnahmen aus der Gewerbesteuer in Höhe von 4.8 Millionen Euro. Die Gemeinde unterstütze die Entwicklung unter anderem mit der Schaffung von Gewerbeflächen. Im Gewerbegebiet Hohes Feld an der B 213 seien noch etwa sechs Hektar zu vergeben, während im Gebiet Blaubusch alle Flächen bereits vergriffen seien. In dem neuen Gewerbegebiet in Hemmelte am früheren Standort des Schlachthofes werde sich unter anderem eine größere Bäckerei ansiedeln, und am Unnerweg schaffe man Flächen für die Vergrößerung des Fahrzeugwerks Böckmann. Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Menschen in der Gemeinde steige parallel zur positiven Entwicklung der Betriebe an. Die Gemeinde trage dem Anstieg der Bevölkerungszahl mit der Ausweisung neuer Baugebiete Rechnung.

In Hemmelte läuft derzeit die Erschließung des Baugebiets an der Nelkenstraße. Sechs der 16 Grundstücke dort seien bereits vergeben. In Lastrup selber plane die Gemeinde ein großes Baugebiet mit rund 150 Grundstücken an der Hammeler Straße, werde dieses aber, so Kramer, „nicht auf einen Schlag“, sondern bedarfsgerecht nach und nach entwickeln. Ebenso verhalte es sich mit den Kinderbetreuungsplätzen in der Gemeinde. Im Krippenbereich bestehe nun Handlungsbedarf. Daher werde am Hemmelter Kindergarten eine eingruppige Krippe errichtet und am Bunte-Welt-Kindergarten in Lastrup eine dreigruppige Krippe. „Vorausgesagt worden ist einmal, dass rund 30 Prozent der Kinder eines Jahrgangs eine Krippe besuchen werden. Wir liegen mittlerweile bei 70 bis 80 Prozent“, machte der Bürgermeister deutlich. Die Gemeinde werde daher auch über eine Ganztagsbetreuung nachdenken.

Sorgen macht sich Kramer allerdings über den Breitbandausbau im Gemeindegebiet. Es habe Verzögerungen gegeben, sagte der Bürgermeister. Im kommenden Jahr aber sollen zunächst die Gewerbegebiete mit Glasfaserkabel versorgt werden.

Das sei, betonte Dr. Michael Hoffschroer, für die Unternehmen auch überlebenswichtig, denn: „Die Digitalisierung im Handwerk schreitet immer mehr voran“. Werde beispielsweise ein Gebäude geplant, würden alle beteiligten Unternehmen gemeinsam an der Umsetzung arbeiten. „Da werden riesige Datenmengen hin- und hergeschickt. Ganz schlecht, wenn man seine Firma dann in einem weißen Fleck hat“. Die Anforderungen im Handwerk würden immer höher, machte Hoffschroer am Beispiel des Heizungs- und Sanitärgewerbes deutlich. „Pelletheizung, Wärmepumpe, Solaranlage müssen miteinander vernetzt werden und sollen dann auch noch per Smartphone bedienbar sein“.

Hinzu kämen digitale Arbeitszeitdokumentationen, die Badplanung am Computer in 3D und vieles mehr. „Hier gibt es bei den Unternehmen noch viel Entwicklungspotenzial“, weiß Hoffschroer. Die Kreishandwerkerschaft habe daher ein Projekt entwickelt, um den Unternehmen bei der Digitalisierung zur Seite zu stehen und den Mitarbeitern die Scheu davor zu nehmen. Zudem biete die Kreishandwerkerschaft im Rahmen dieses dreijährigen Projekts auch Weiterbildungen für Ausbilder an.

Ebenfalls digital kommt der neue, gemeinsam mit dem Lastruper HGV und der Gemeinde entwickelte Veranstaltungskalender daher, der gleichzeitig auch Ausbildungsbörse und Schaufenster der Lastruper Unternehmen sein soll. Hier können Vereine ihre Veranstaltungen einstellen, Unternehmen nach Lehrlingen suchen oder sich und ihre Produkte oder Dienstleistungen vorstellen. „Ihre Einträge können die Vereine und Betriebe selbst pflegen“, erklärte Almuth Rosemeyer, die die App vorstellte. Die Resonanz der Unternehmensvertreter auf das neue Angebot war allerdings verhalten. „Daran müssen wir noch arbeiten“, meinte die Löningerin.

Die Reaktion auf das vierte Unternehmerfrühstück der Gemeinde hingegen war weitgehend positiv. Die Zusammenkunft biete eine gute Gelegenheit, einmal miteinander ins Gespräch zu kommen und Neues aus der Gemeinde und dem Berufsumfeld zu erfahren. Bemängelt wurde allerdings der Termin am gestrigen Mittwoch. „Direkt nach einem Feiertag, das ist ganz schwierig für uns Unternehmer“, hieß es auf der Versammlung.

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