zurück zur Übersicht | Datum 18.03.2019 | Kategorie: Allgemeines

Manchmal ist der Weg vor Ort erfolgreicher

„Die Flüchtlinge sind realistischer geworden.“ Verena Rammler, Flüchtlingssozialarbeiterin.
Ausbildung in Matrum: Heroon Seelighi, hier mit Frederik Klugmann (links), schaffte bereits den Führerschein und bekommt auch in der Firma Lob für Fleiß und Arbeitseifer. Foto: Landwehr

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 18.03.2019

Von Aloys Landwehr

Lastrup. „Jeder Flüchtling, der die angebotenen Fördermaßnahmen und Kurse durchlaufen hat, hat in der Gemeinde Lastrup die Chance, Arbeit zu finden“, versprach Bürgermeister Michael Kramer im Rahmen des Kaminabends der Lastruper CDU im Landhaus Lastrup. Die Gemeinde habe eine Datenbank entwickelt, in der Unternehmer geeignete Mitarbeiter finden können. Umgekehrt könne die Gemeinde bei entsprechenden Betrieben anfragen, ob die Möglichkeit
einer Beschäftigung für einen Flüchtling in diesem Betrieb bestehe“, so der Bürgermeister vor den CDU-Mitgliedern. Manchmal sei es erfolgreicher, vor Ort den kurzen Weg zu gehen, als die Initiative der Bundesanstalt für Arbeit zu überlassen.

Im Rathaus in Lastrup ist Verena Rammler als Flüchtlingssozialarbeiterin vom Caritas-Sozialwerk (CSW) für die in der Gemeinde lebenden 50 Flüchtlinge, davon allein 27 aus Afghanistan und acht aus Pakistan, zuständig.

„Die Zahl der Flüchtlinge hat sich im letzten Jahr natürlich wieder auf ein Normalmaß zurückbewegt. Zurzeit kommen eigentlich keine neuen Flüchtlinge in der Gemeinde an“, erzählt Verena Rammler. Nun gelte es, die hier lebenden Flüchtlinge, 46 Einzelpersonen und eine Familie mit vier Personen, zu integrieren.

„Wir haben zunächst eine Datenbank angelegt, in der wir vermerkt haben, welche Schulbildung und Berufserfahrung ein Flüchtling hat. Wir haben neben Alter ohne Geburtsdatum und Geschlecht auch die Interessen erfragt. Bei ihren Wünschen haben wir ihnen aufgezeigt, auf welche Schwierigkeiten sie stoßen könnten“, erläutert die Flüchtlingssozialarbeiterin.

Nicht jeder, der studieren oder einen bestimmten Beruf erlernen möchte, bringe die hier erforderlichen Voraussetzungen mit. Dabei seien auch die kulturellen Unterschiede angesprochen worden.

Diese anonymisierte Datenbank stehe den Unternehmen zur Verfügung, erläutert Verena Rammler. „Allerdings fragen wir auch Unternehmen, ob es die Möglichkeit gibt, einen Flüchtling in einem ihn interessierenden Berufsfeld dort unterzubringen, ein Praktikum zu machen oder einige Tage zu arbeiten, um sich gegenseitig zu beschnuppern.“

Inzwischen seien elf Flüchtlinge in einer Ausbildung. Weitere drei seien in Firmen als Produktionsmitarbeiter tätig, zwölf würden sich in schulischen oder praxisorientierten Maßnahmen der BBS befinden. Dazu kämen einige, vor allem Frauen, die in Sprach- und Integrationskursen seien, erläutert Michael Kramer, der die Kooperation mit dem CSW lobt.

„Wenn es mal mit der Schuleaus sprachlichen Gründen nicht klappt, organisieren wir auch eine Nachhilfe, schreiben Bewerbungen oder helfen bei entsprechenden Fördermaßnahmen“, so Verena Rammler, die die Motivation der Flüchtlinge in Lastrup lobt. „Die Flüchtlinge sind realistischer geworden. Die bei uns geblieben sind, wissen, dass sie auch etwas tun müssen.“

Viel getan hat zum Beispiel Heroon Seelighi. Der junge Afghane aus der Nähe von Kabul macht zurzeit eine Ausbildung bei der Firma Klugmann in Matrum als Gas-Wasserinstallateur. „Heroon arbeitet super. Er sieht Arbeit, er will arbeiten und er kann etwas“, lobt Seniorchef Christian Klugmann. Auch Juniorchef und Meister Frederik Klugmann ist mit der Arbeit seines Auszubildenden sehr zufrieden. „Er hat jetzt sogar schon seinen Führerschein gemacht. Die Theorie hat er im ersten Versuch gepackt“, sagt Frederik Klugmann. „Ich bin seit vielen Jahren in der Prüfungskommission der Kreishandwerkerschaft. Wenn wir in den Prüfungen nur solche Auszubildende hätten, wäre ich super zufrieden“, lobt Christan Klugmann.

Ausbildungsplatzbroschüre 2019

Die Oberschule Lastrup hat in Zusammenarbeit mit dem HGV Lastrup sowie der Gemeinde Lastrup eine Ausbildungsplatzbroschüre herausgegeben. Hier finden Sie die Broschüre als PDF-Download.

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