zurück zur Übersicht | Datum 22.05.2019 | Kategorie: Allgemeines

Der Druck auf dem Kessel nimmt zu

Für die Mitarbeiter: (von links) Michael Kramer, Heiner Kreßmann, Marcus Willen, Matthias Bitter und Karsten Hage unterzeichneten am Dienstag die Vereinbarung. Foto: Meyer

Quelle/Copyright: Münsterländische Tageszeitung, Artikel vom 22.05.2019

Von Georg Meyer

Lastrup. Kennen Sie den schon: Fragt ein Passant vor dem Rathaus den Bürgermeister: „Sagen Sie mal, wie viel Leute arbeiten denn da drin eigentlich?“ Antwort: „Nun, maximal die Hälfte!“

Verwaltungswitze nehmen fast immer die vermeintliche Trägheit der Behörden aufs Korn. Michael Kramer kann darüber aber nicht lachen. Lastrups Bürgermeister weiß: Der Druck in den Ämtern nimmt immer mehr zu. Und damit auch die Gefahr, dass seine Mitarbeiter psychisch erkranken. Zusammen mit seinen drei Südkreiskollegen will er jetzt etwas dagegen tun. Gestern unterzeichneten Kramer, Marcus Willen (Löningen), Heiner Kreßmann (Essen) und Karsten Hage (Lindern) einen neuen Rahmendienstvertrag mit dem Christlichen Krankenhaus Quakenbrück. Ihr Ziel: Mit Präventivarbeit sollen drohende Erkrankungen bei den öffentlich Bediensteten früher erkannt und möglichst schnell behandelt werden.

Die Kooperation ist bislang einmalig und findet im Rahmen der neu gegründeten Gesundheitsregion Altes Amt Löningen (Gral) statt. Das Christliche Krankenhaus - es ist seit sechs Jahren Träger der Löninger St.-Anna-Klinik - verfügt über ein eigenes Zentrum für psychologische und psychosoziale Medizin. Experten von dort sollen in den Rathäusern über das Wesen der Erkrankungen aufklären, Krankheitsbilder vorstellen und mit den Mitarbeitern ins Gespräch kommen. „Tabus gibt es nicht“, betont Karsten Hage. „Wir nehmen dieses Problem sehr ernst.“

Denn auch die Verwaltungschefs haben längst gemerkt, dass die Arbeitsbelastung in den Büros steigt. Die Amtszeit eines Bürgermeisters kennt zwar Grenzen - dessen Ehrgeiz allerdings nicht immer. Der Stress ist aber nicht nur hausgemacht. Die Aufgaben der Kommunen werden mehr – und manchmal fragen sich die Bürgermeister, warum eigentlich? „Die Bekämpfung des Hausärztemangels oder der Ausbau der Breitbandversorgung sind im Prinzip staatliche Aufgaben. Trotzdem müssen wir uns darum kümmern, damit sich was bewegt“, erklärt Michael Kramer. Auch er verlangt von seinen Leuten immer wieder Höchstleistungen. Gesund sei das auf Dauer aber nicht, weiß er. Karsten Hage hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Der Ausbau der Löninger Straße in Lindern etwa musste innerhalb eines halben Jahres - vom Antrag bis zur Asphaltdecke - komplett abgeschlossen sein. „Ansonsten wären der Gemeinde 60000 Euro Förderung entgangen. „Der Druck auf dem Kessel war entsprechend hoch.“

Rund 200 öffentlich Beschäftigte sollen in den Genuss des neuen Angebotes kommen. Am 1. Juni geht es los. Auf die Kommunalverwaltung muss das Konzept aber nicht beschränkt bleiben. Klinik-Geschäftsführer Matthias Bitter kann sich auch eine Zusammenarbeit mit Firmen vorstellen. Er weiß: Vorsorgemaßnahmen sind allemal besser und kostengünstiger als der Ausfall eines Mitarbeiters über längere Zeit.

Eine Bevorzugung vor anderen Patienten werde es jedoch nicht geben, betont Bitter. „Der Vorteil unserer Kooperation ist aber, dass wir die Person schon kennen und ihr damit schneller helfen können."

Ausbildungsplatzbroschüre 2019

Die Oberschule Lastrup hat in Zusammenarbeit mit dem HGV Lastrup sowie der Gemeinde Lastrup eine Ausbildungsplatzbroschüre herausgegeben. Hier finden Sie die Broschüre als PDF-Download.

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